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Mittwoch, 4. November 2020

Als die Nacht uns Sterne schenkte von Iona Grey [Rezension]

Bildrechte beim Verlag


Zum Inhalt:
Eine Liebe, die nie sein durfte und dennoch alles überdauerte …

1926: Die junge Selina Lennox genießt ihre Jugend in der Londoner High Society in vollen Zügen. Exquisite Kleider, ausschweifende Partys, Champagner und Skandale, so kann es für immer weitergehen. Doch dann trifft sie in einer schicksalhaften Nacht auf Lawrence Weston. Für den mittellosen Künstler ist jeder Tag ein Kampf – gegen den Hunger und für das Ziel, mit seinen Bildern auf die Missstände im Land aufmerksam zu machen. Selina und Lawrence ist klar, dass sie nicht in die Welt des jeweils anderen gehören, und dennoch ist da etwas, das sie unaufhaltsam aufeinander zutreibt. Die beiden verbringen einen magischen, leidenschaftlichen Sommer miteinander. Doch sie wissen, dass dieser nicht für immer andauern kann …
(Kurzbeschreibung lt. Blanvalet Verlag)
 


Die Autorin:
Iona Grey studierte Englische Sprache und Literatur an der Manchester University. Ihre Begeisterung für Geschichte und ihr großes Interesse an Frauenschicksalen des 20. Jahrhunderts brachten sie dazu, ihren Roman Als unsere Herzen fliegen lernten zu schreiben. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihren Töchtern im Nordwesten Englands auf dem Land.
(Quelle: Blanvalet Verlag)


Meine Meinung:
1926 in London, Selina Lennox ist noch jung, stammt aus einem wohlhabenden Haus und genießt ihre Jugend mit ihren Freunden sehr ausschweifend. Die jungen Leute sind auf jeder angesagten Party in London zu finden, sprechen sehr dem Alkohol zu und die Presse berichtet regelmäßig über die kleinen Skandale der „Bright Young People“.
Eines Nachts trifft Selina auf den mittellosen Künstler Laurence Weston, der mit seinen Bildern auf die Missstände im Land aufmerksam machen möchte. Zwischen den beiden sprühen sofort die Funken uns sie verlieben sich ineinander, obwohl sie wissen, dass sie nie zusammen sein können, denn ihre Beziehung wäre nicht standesgemäß.
Aber sie nutzen jede Möglichkeit zusammen zu sein und verbringen sogar eine gemeinsame Zeit im Sommer auf den Landsitz von Selinas Familie, während die anderen Familienangehörigen in Schottland weilen.

Selinas Geschichte wird in zwei Handlungssträngen erzählt. Im Jahr 1936 erleben wir Selinas kleine Tochter Alice, die sich bei ihren Großeltern auf dem Landsitz aufhält, da sich ihre Eltern auf einer geschäftlichen Reise in Asien befinden. Alice erhält regelmäßig Briefe von ihrer Mutter, die ihr das traurige Leben in Blackwood Park versüßen und in denen ihre Mutter ihr kleine Rätsel aufgibt und Alice so von ihrer Vergangenheit erzählt.
Und damit wird man als Leser mit der Geschichte um Selina und Lawrence vertraut gemacht.

Im ersten Teil des Buches ist mir die Handlung um die kleine Alice sehr zu Herzen gegangen. Das kleine Mädchen erfährt keine Liebe und menschliche Wärme von ihren Großeltern und wird nur von einer Hauslehrerin und Dienstboten betreut. Auch darf sie sich nur in den für Kinder vorgesehenen Räumen aufhalten und begegnet ihren Großeltern kaum. Die einzigen Lichtblicke sind die Briefe ihrer Mutter und die kleinen Rätsel, die sie durch heimliche Entdeckungstouren durch das Anwesen alleine löst. So fühlt sie sich ihrer Mutter nahe und wartet sehnsüchtig auf die Rückkehr.
Die Liebesgeschichte zwischen Selina und Lawrence gerät im ersten Teil etwas in den Hintergrund, obwohl sie doch eigentlich die Hauptsache sein sollte. Auch die eigentlich starken Gefühle zwischen den beiden sind beim Lesen nicht so bei mir angekommen, wie ich das erwartet hätte.
Zudem war mir Selina anfangs nicht sonderlich sympathisch, da sie sich ziemlich oberflächlich gab und nur an ihrem Luxusleben interessiert schien. Erst durch die Briefe an ihre Tochter wurde klar, dass sie eigentlich doch eine warmherzige Person ist.

Der zweite Teil des Buches wird dann deutlich emotionaler und die beiden Handlungsstränge verknüpfen sich mehr und mehr.
Durch ein tragisches Schicksal entwickelt sich die Geschichte fast zu einem Familiendrama. Außerdem offenbart sich ein Geheimnis, dass ich aber so schon vorher vermutet hatte.
Nachdem der erste Teil sehr gemächlich und ruhig daher kam, konnte ich das Buch ab da nicht mehr aus der Hand legen und war von der Geschichte sehr gefangen genommen. Auch die emotionale Seite der Geschichte nimmt im zweiten Teil stark zu und die Handlung konnte mich sehr berühren ebenso wie das Ende, das so ganz anders ist als erwartet.

Dieser Roman ist weniger ein Liebesroman, auch wenn die Liebe zwischen Selina und Lawrence der Dreh- und Angelpunkt ist.
Vielmehr ist es eine melancholische, teilweise dramatische Geschichte, die auch die gesellschaftlichen Verhältnisse der damaligen Zeit darstellt und mich, auch durch den schönen Schreibstil, gut unterhalten und besonders im zweiten Teil auch berührt hat!


Fazit: 4 von 5 Sternen



Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Blanvalet Verlag
und das Bloggerportal!













Taschenbuch : 480 Seiten
Originaltitel : The Glittering Hour
Übersetzung: Andrea Brandl
ISBN-13 : 978-3734108648
Herausgeber : Blanvalet Taschenbuch Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (21. September 2020)
Sprache: : Deutsch 
 
 
 
 
eBook-Dateigröße : 1234 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe : 481 Seiten
Herausgeber : Blanvalet Taschenbuch Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (21. September 2020)
Sprache: : Deutsch
ASIN : B07ZTGVD8M  
 
 
 
 
 
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Dienstag, 31. Mai 2016

Als unsere Herzen fliegen lernten von Iona Grey [Rezension]

Cover
(alle Rechte beim Verlag)
Zum Inhalt:
Er versprach, sie ewig zu lieben. Doch selbst die Ewigkeit kennt manchmal ein Ende ...

1943, London: In der Ruine einer zerbombten Kirche trifft der amerikanische Pilot Dan Rosinski die junge Engländerin Stella Thorne. Es ist der Beginn einer unaufhaltbaren, aber unmöglichen Liebe, denn Stella ist verheiratet, und Dans Chancen, den Krieg zu überleben, sind mehr als gering. In einer Zeit, in der alles ungewiss ist, schreiben sie sich Briefe, um an dem festzuhalten, woran sie glauben: ihre Liebe. Viele Jahrzehnte später rettet sich eine junge Frau in ein leerstehendes Haus in einem Londoner Vorort. Da erreicht sie ein Brief, der sie in die Geschichte einer Liebe hineinzieht, die ein halbes Jahrhundert überlebt hat …

(Kurzbeschreibung gem. Blanvalet Verlag) 

Leseprobe


Die Autorin:
Iona Grey studierte Englische Sprache und Literatur an der Manchester University. Ihre Begeisterung für Geschichte und ihr großes Interesse an Frauenschicksalen des 20. Jahrhunderts brachten sie dazu, ihren Roman Als unsere Herzen fliegen lernten zu schreiben. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihren Töchtern im Nordwesten Englands auf dem Land. 

Interview mit der Autorin

Die Autorin auf Facebook und Twitter


Meine Meinung:
Auf dieses Buch bin ich nur durch Zufall aufmerksam geworden, weil mir das wunderschöne Cover ins Auge fiel und mich der Klappentext sofort angesprochen hat.
Ich bin froh, es entdeckt zu haben, denn sonst wäre mir eine echte Perle entgangen!

Das Buch beginnt mit einem Prolog in dem Dan, der offenbar alt und krank ist, einen Brief geschrieben hat, den er abschicken möchte, bevor es für ihn zu spät ist. Und damit beginnt eine Reise in die Vergangenheit.

Die Autorin erzählt die Geschichte in zwei Handlungssträngen auf zwei Zeitebenen.
Zu Beginn erleben wir im Jahr 2011 wie Jess auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Freund in ein offenbar leer stehendes Haus einbricht und dort Schutz sucht. Da sie verletzt ist, verbringt sie die Nacht dort und ist überrascht, dass am nächsten Tag ein Brief von einem Dan an eine gewisse S. Thorne eintrifft, denn das Haus ist offenbar seit mindestens zwei Jahren unbewohnt.
Später findet sie in einem Schlafzimmer einen Karton mit vielen weiteren Briefen, die von einer großen Liebe erzählen. Ihre Neugier ist geweckt uns sie ist fest entschlossen mehr über Stella und Dan herauszufinden. Zufällig trifft sie auf Will, von dem sie später Unterstützung bekommt.

In den Jahren 1942/43 erleben wir Stella als junge Ehefrau eines Pfarrers, der sie eher wie seine Haushälterin statt als Ehefrau behandelt. Ihr Leben ist nicht einfach und längst nicht so, wie sie es sich erträumt hat. Und das liegt nicht nur an den Wirren des Krieges. Aber dann lernt sie Dan kennen.

Der Autorin ist es von Anfang an gelungen, mich mit ihrem schönen und packenden Schreibstil in den Bann der Geschichte zu ziehen. Sie erzählt die Geschichte von Stella sehr ausführlich und macht deutlich, welche Rolle einer Frau in der damaligen Zeit zukam.
Stella hatte sich ihre Rolle als Ehefrau anders vorgestellt und als ihr Mann sich freiwillig zum Kriegseinsatz meldet, ist sie fast auf sich allein gestellt und einsam.

Die Autorin versteht es wunderbar die Emotionen der Protagonisten zu transportieren, Stellas Sorgen und Hoffnungen, Dans Ängste als Kampfpilot aber auch in der Gegenwart Jess' Nöte auf dem Weg in ein neues, anderes Leben und Will mit all seinen Problemen.
Ich muss sagen, ich habe mit allen vier Hauptprotagonisten gefiebert, gebangt und gehofft.
Iona Grey schildert aber auch sehr authentisch die Situation der Menschen zur damaligen Kriegszeit mit allen Entbehrungen, wie Lebensmittelknappheit, und natürlich ihren Ängsten und der Sehnsucht nach ein bisschen Freude, Geborgenheit und Liebe.

Durch die Wechsel zwischen den beiden Handlungssträngen und Zeitebenen baut sich gleich von Anfang an eine gewisse Spannung auf, die sich immer mehr steigert und zu einem absolut emotionalen, herzergreifenden und unvergesslichen Ende führt.
Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und war von der Geschichte sehr ergriffen.
An den passenden Stellen werden die Briefe von Dan an Stella eingestreut, die nicht nur von den Gefühlen zueinander sondern auch von den alltäglichen Erlebnissen der beiden berichten. Diese Briefe haben mich sehr berührt, weil sie wunderschön geschrieben sind und alles ausdrücken, was Dan und Stella füreinander sind.

Zitat:
"Beim Start oder beim Angriff hat man keine Zeit zum Nachdenken, aber auf dem Heimflug kommt es mir immer vor, als würde ich zu Dir zurückfliegen.
Pass gut auf Dich auf, mein Engel. Mir zuliebe."
(Seite 287)

Sehr ausdrucksvoll, gefühlvoll herzerwärmend und ohne Kitsch erzählt Iona Grey die Geschichte der großen Liebe von Stella und Dan in den Wirren des 2. Weltkrieges und von Jess und Will auf dem Weg in ein anderes Leben. Beide haben mich sehr berührt hat, weil sie einigen Tiefgang haben und vieles aussagen.
Zum Schluss war ich traurig, dass die Geschichte zu Ende ist, aber dieses wunderschöne Buch wird mir lange in Erinnerung bleiben!


Fazit: 5 von 5 Sternen



Herzlichen Dank an den Blanvalet Verlag und das Bloggerportal für die Überlassung des Rezensionsexemplars!






 
Taschenbuch: 608 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (16. Mai 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3734101883
ISBN-13: 978-3734101885
Originaltitel: Letters to the Lost
Übersetzung:
Anja Hackländer

 
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 893 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 609 Seiten
ISBN-Quelle für Seitenzahl: 3734101883
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (16. Mai 2016)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: B0196TXE12
 


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