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Donnerstag, 17. Mai 2018

Es geschah in dunkler Nacht von Jane Shemilt [Rezension]

Cover
(alle Rechte beim Verlag)
Zum Inhalt:
Ein Kind verschwindet spurlos, ein nicht enden wollender Albtraum beginnt …

Die Ärztin Emma begleitet ihren Ehemann Adam mit den gemeinsamen Kindern Alice, Zoë und Sam für ein Jahr nach Botswana, wo Adam an einem Forschungsprojekt arbeiten soll. Das vermeintliche Abenteuer ihres Lebens entpuppt sich jedoch als Albtraum, denn eines Abends verschwindet Sam spurlos. Die verzweifelte Suche nach ihm bleibt erfolglos, und die ganze Familie droht daran zu zerbrechen. Schließlich kehren sie zurück nach England. Doch es scheint unmöglich, in ihren Alltag zurückzukehren. Denn auch ein Jahr nach Sams Verschwinden plagt Emma die Ungewissheit. Was geschah damals wirklich in Afrika?
(Kurzbeschreibung gem. Blanvalet Verlag)


Leseprobe


Die Autorin:
Jane Shemilt ist praktische Ärztin und hat neben dieser Tätigkeit noch ein Diplom in Creative Writing an der Universität in Bristol erlangt. Daraufhin legte sie nach und machte auch noch ihren Master mit Auszeichnung. Die Autorin lebt mit ihrem Mann, einem Professor für Neurochirurgie, und ihren fünf Kindern in Bristol. Nach Am Anfang war die Schuld erscheint mit Es geschah in dunkler Nacht ihr zweiter Roman bei Blanvalet. 
(Quelle: Blanvalet Verlag) 


Meine Meinung:
Die Ärzteehepaar Emma und Adam lebt mit den Töchtern Alice und Zoë in London. Beide Eltern arbeiten sehr viel und versuchen trotzdem ein funktionierendes Familienleben hinzubekommen.
Adam erhält das Angebot für 1 Jahr zu einem Forschungsprojekt nach Botswana zu gehen. Emma ist nicht begeistert und zunächst entscheiden die beiden, dass Adam alleine gehen soll und Emma bleibt mit den Kindern in London. Dann stellt Emma fest, dass sie ungeplant schwanger wurde. Etwa 3 Monate nach der Geburt des kleinen Sam geht die Familie dann doch komplett nach Botswana und bezieht dort für die Dauer des Aufenthalts ein gemietetes Haus in einer ländlichen Gegend, nahe einem Dorf.
Im ersten Kapitel erleben wir dann gleich die Entführung des kleinen Sam, die im März 2014 in Botswana geschah.
Danach springen wir zurück ins den März 2013 und wir begleiten die Familie bei den Vorbereitungen für den Auslandsaufenthalt, erleben die Geburt von Sam, die Reise nach Botswana und das Leben der Familie dort. Das alles war interessant dargestellt und gibt dem Leser die Gelegenheit, die Familie gut kennenzulernen.
Aber bis es dann zur eigentlichen Entführung kommt, dauert es fast bis zur Hälfte des Buches. In Kapitel 20 geschieht es dann und dieses Kapitel ist mit Kapitel 1 absolut textgleich.
Dieses Stilmittel habe ich so noch nie erlebt und fand es als Darstellung so recht interessant.
Der schlimmste Albtraum, den Eltern erleben können, beginnt.
Der kleine Sam ist entführt worden, niemand hat etwas bemerkt und scheinbar hat auch niemand ein Motiv, das Kind zu entführen. Eine Lösegeldforderung geht nicht ein.

Sehr gut gelungen ist der Autorin die Darstellung der vielen Emotionen, die die gesamte Familie erlebt. Entsetzen, Verzweiflung, Trauer, Hoffnung, alles ist dabei. Sehr gut dargestellt sind auch die Reaktionen und Verhaltensweisen der beiden Töchter, die als Kinder ganz anders reagieren als ihre Eltern.
Die polizeilichen Ermittlungen gehen in alle Richtungen und geben der Familie einerseits Hoffnung, dass der kleine Sam gefunden wird, andererseits kostet das alles auch viel Kraft, denn schnell schalten sich auch die Medien ein und belagern die Familie.
Dieser Teil hat mir eigentlich am besten gefallen, denn wir erhalten tiefe Einblicke in das Gefühls- und Seelenleben der Familie.
Die Charakterisierung und Darstellung der Figuren ist der Autorin wirklich toll gelungen. Ich konnte mit allen mitfühlen und ihre Emotionen sind gut bei mir angekommen.
Und natürlich habe auch ich mich gefragt, wer Sam entführt haben könnte und warum. Möglichkeiten gab es da viele.
Letztendlich kehrt Emma mit den Töchtern nach London zurück und Adam bleibt in Botswana. Sie geben die Hoffnung nicht auf.
Emma versucht wieder etwas Normalität in ihr Leben zu bekommen, vor allem für ihre Töchter. Aber die Ungewissheit, was mit Sam geschah quält sie natürlich weiterhin.

Der Anfang der Geschichte vor der Entführung hat sich für meinen Geschmack ein bisschen zu lang hingezogen und am Ende ging alles vielleicht ein bisschen zu schnell. Aber spätestens ab der Entführung konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Das Schicksal des kleinen Sam und alle Versuche, den Täter und ein Motiv zu finden, haben mich sehr gefesselt.
Es war ein großes Verwirrspiel mit vielen Verdächtigen, Motiven und Möglichkeiten. Aber genau wie die Polizei und die Familie hatte auch ich keine Idee, was geschehen sein könnte. Die Autorin schafft es, viele Fährten zu legen von der aber scheinbar keine zum Ziel führt.
Erst ganz zum Ende gibt es die Auflösung und die war sehr überraschend, aber glaubhaft und nachvollziehbar.

Diese Geschichte erzählt vom schlimmsten Albtraum, den Eltern bzw. die ganze Familie erleben können. Durch einen detailreichen Schreibstil und einen gut konstruierten Plot sowie toll gezeichnete und charakterisierte Figuren ist es ein fesselndes Leseerlebnis!


Fazit: 4 von 5 Sternen
 



Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Blanvalet Verlag
und das Bloggerportal!











 
Broschiert: 384 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (23. April 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3764506393
ISBN-13: 978-3764506391
Originaltitel: The Drowning Lesson
Übersetzung: Anja Schäfer 


 
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1784 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (23. April 2018)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: B077BWZLTM




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Donnerstag, 7. Mai 2015

Am Anfang war die Schuld von Jane Shemilt [Rezension]

Cover
(alle Rechte beim Verlag)
Zum Inhalt:
Ein fremder Mensch lebt in deinem Haus ... Es ist deine Tochter.
Jenny Malcom ist sich sicher, alles im Griff zu haben. Ihren Job als Ärztin, ihre Rolle als Mutter von drei Teenagern und ihre Ehe. Alles läuft perfekt. Bis zu dem Abend, an dem ihre fünfzehnjährige Tochter nicht nach Hause kommt. Bange Stunden des Hoffens folgen, bis klar wird: Naomi ist spurlos verschwunden. Und plötzlich bricht Jennys perfekt organisiertes Leben zusammen. Während die Ermittlungen der Polizei auf Hochtouren laufen, steht die Familie Malcom vor den Trümmern ihres Lebens. Und Jenny beginnt zu ahnen, dass sie ihre Tochter doch nicht so gut kannte, wie sie immer gedacht hat …
(Kurzbeschreibung gem. Blanvalet Verlag)

Leseprobe


Die Autorin:
Jane Shemilt ist praktische Ärztin und hat neben dieser Tätigkeit noch ein Diplom in Creative Writing an der Universität in Bristol erlangt. Daraufhin legte sie nach und machte auch noch ihren Master mit Auszeichnung. Die Autorin lebt mit ihren Mann, einem Professor für Neurochirurgie, und ihren fünf Kindern in Bristol. Am Anfang war die Schuld ist Jane Shemilts erster Roman.


Meine Meinung:
Eine perfekte Familie? Jenny und Ted, ein vielbeschäftigtes Ärzteehepaar, die Zwillinge Ed und Theo, die kurz vor dem Schulabschluss stehen und die 15-jährige Naomi, die allmählich flügge wird, das ist die Familie, die auf den ersten Blick den Anschein erweckt, ein ganz normales Leben zu führen.
Aber an dem Abend, an dem Naomi nicht mehr nach Hause kommt, verändert sich alles.

Die Geschichte wird in zwei Handlungssträngen erzählt. Der eine beginnt wenige Tage vor Naomis Verschwinden. Er schildert zunächst die Situation in der Familie und gibt Gelegenheit diese kennenzulernen.
Ab dem Verschwinden von Naomi erleben wir die verzweifelte Suche der Eltern und die Ermittlungen der Polizei.
Der zweite Handlungsstrang schildert die Ereignisse ein Jahr nach dem Verschwinden Naomis, das immer noch nicht aufgeklärt ist.
Wir erleben vor allem Jenny, die an der Verzweiflung und Ungewissheit förmlich zerbricht und versucht, sich alleine ein neues Leben aufzubauen.
Es gibt natürlich auch Einblicke in die weitere Entwicklung von Ted und den Zwillingen.
Beide Handlungsstränge werden von Jenny in der Ich-Form und abwechselnd in relativ kurzen Kapiteln erzählt, die zur besseren Übersicht mit dem entsprechenden Zeitpunkt überschrieben sind.
Genau diese Erzählweise hat für mich bei diesem Roman den Reiz ausgemacht. Durch die häufigen Wechsel war ich durchgängig an die Geschichte gefesselt und es baute sich eine hohe Spannung auf. Nach und nach setzen sich aus beiden Zeitperspektiven gesehen immer mehr Puzzleteilchen zusammen und es entsteht allmählich ein Gesamtbild, nicht nur der Situation sondern auch der Charaktere. Es gibt viele Geheimnisse, die irgendwann gelüftet und Lügen die aufgedeckt werden, aber auch Charakterzüge der Figuren, die man so nicht vermutet hätte.

Alle Protagonisten sind gut gezeichnet, facettenreich, handeln und entwickeln sich glaubhaft. Gut gespürt habe ich die unterschiedlichen Emotionen in der Familie nach dem Verschwinden von Naomi, die naturgemäß bei jedem Familienmitglied andere Reaktionen und Handlungen hervorrufen.
Die Autorin ist praktische Ärztin und ihr Ehemann Neurochirurg, genau wie Jenny und ihr Mann Ted im Roman. Da habe ich mich natürlich gefragt, ob und wenn ja wieviel Biografisches in die Gestaltung der Figuren eingeflossen sein mag.

Genau wie Jenny, deren Leben völlig aus der Bahn gerät, habe ich mich die ganze Zeit gefragt, was mit Naomi geschehen ist und warum.
Man merkt deutlich, dass Jenny trotz aller Verzweiflung nicht aufgibt und immer wieder versucht, Naomis Verschwinden aufzuklären.
Und so kommen immer wieder kleine Puzzleteile dazu und führen schließlich zu einem überraschenden und auch sehr außergewöhnlichen Ende.

Jane Shemilts gelungener Debütroman über ein Familiendrama hat mich mit seiner Raffinesse nicht nur durchgängig gefesselt sondern auch durch einen tollen Plot, der in einem klaren und packenden Schreibstil erzählt wird, völlig überzeugt.
Bitte weiter so Frau Shemilt!


Fazit: 5 von 5 Sternen



Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Blanvalet Verlag und das Bloggerportal!




 
Broschiert: 448 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (27. April 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3764505338
ISBN-13: 978-3764505332
Originaltitel: The Daughter



 
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1112 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 449 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (27. April 2015)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: B00T57RMCS




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