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Dienstag, 12. August 2025

Zypressensommer von Teresa Simon [Rezension]

 
Bildrechte beim Verlag


Zum Inhalt:
Die Hamburger Goldschmiedin Julia Matthiesen reist zum ersten Mal in das malerische Dorf Lucignano in der Toskana und ist auf Anhieb überwältigt vom Zauber der Landschaft. Ihr kürzlich verstorbener Nonno stammt von hier, seine Familie hat seit jeher Oliven angebaut, doch über seine Vergangenheit hat Gianni immer geschwiegen. Julia begibt sich auf die Spuren ihres Großvaters, unterstützt von dem attraktiven Italiener Matteo.

Ihre gemeinsame Suche führt in die 1940er-Jahre, in die Zeit der «Resistenza», als italienische Partisanen sich in den Bergen versteckten und gegen die Faschisten kämpften; sie führt zu zwei Brüdern, den Olivenbauern Vito und Gianni, und zu einer tragischen Liebesgeschichte … 
(Kurzbeschreibung lt. Rowohlt Verlag)
 


Die Autorin:
Teresa Simon ist das Pseudonym der promovierten Historikerin und Autorin Brigitte Riebe. Sie ist neugierig auf ungewöhnliche Schicksale und lässt sich immer wieder von historischen Ereignissen und stimmungsvollen Schauplätzen inspirieren.
Die SPIEGEL-Bestsellerautorin ist bekannt für ihre intensiv recherchierten und spannenden Romane, die tiefe Emotionen wecken. Ihre Romane «Die Frauen der Rosenvilla», «Die Holunderschwestern» und «Die Oleanderfrauen» wurden alle zu Bestsellern.  
(Quelle: Rowohlt Verlag)
 
 
Meine Meinung:
Julia Matthiesen ist Goldschmiedin in Hamburg und betrauert ihren kürzlich verstorbenen „Nonno“, ihren Großvater. Ihr ist bekannt, dass er italienische Wurzeln hat, aber über seine italienische Vergangenheit und Herkunft hat er immer geschwiegen. Julia, in deren Blut ja gewisserweise auch italienische Spuren stecken, reist in die Toskana in das kleine Heimatdorf ihres Nonno, nach Lucignano und möchte sich dort auf Spurensuche nach der Familie begeben.
Zufällig trifft sie dort auf Matteo, der nicht nur attraktiv und sympathisch, sondern auch hilfsbereit ist.
Gemeinsam reisen sie in die Vergangenheit auf der Suche nach Julias Wurzeln.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Die „Gegenwart“ spielt im Jahr 1998 und der Handlungsstrang der Vergangenheit im Jahr 1943, mitten im 2. Weltkrieg. 
Im Wesentlichen geht es um drei bzw. vier Hauptpersonen, in der Gegenwart Julia und Matteo und in der Vergangenheit Giulia und Gianni.

Teresa Simon erzählt hier eine Familiengeschichte vor historischen Hintergründen. Sie gibt uns Einblicke in die Zeit und das Wirken der „Resistenza“, den Widerstand in Italien. Besonders stellt sie die Rollen der Frauen dabei heraus, die die Männer tapfer unterstützt haben, in dem sie unauffällig Nahrung, Kleidung, Geld und gefälschte Pässe zu den Partisanen transportiert haben. Dabei setzten sie im schlimmsten Fall ihr Leben aufs Spiel und es flogen Gruppen auf, die gegen die deutschen Besatzer kämpften und es kam zu blutigen Massakern.

Das zweite spannende Thema der Vergangenheit ist das Schicksal italienischer Militärinternierter in Deutschland. Italienische Soldaten wurden nach dem Waffenstillstand mit den Alliierten nach Deutschland gebracht, in Lager gesperrt und zur Zwangsarbeit verdammt. Dieses, mir größtenteils noch unbekannte Thema, stellt Teresa Simon eindrucksvoll an Nonno Gianni dar.

Wie in all ihren Romanen hat mich die Historikerin Teresa Simon mit ihren gründlichen und intensiven Recherchen und ihren ausführlichen, interessanten Erläuterungen im Nachwort zu den historischen Hintergründen beeindruckt.

In diesem Roman spürt man aber auch deutlich die Liebe der Autorin zur Toskana. Bildhafte Beschreibungen der Landschaft, der schöne Ort, die Lebensweise der Menschen dort und auch die Kulinarik zeichnen ein schönes Bild.
Im Anhang zum Roman gibt es ein paar toskanische Rezepte zum Ausprobieren.

Mit „Zypressensommer“ hat mich Teresa Simon zum wiederholten Male begeistert. Dieser atmosphärische und bewegende Roman hat mich mit seiner Familiengeschichte vor realen historischen Hintergründen berührt und gefesselt!


Fazit:
⭐⭐⭐⭐⭐
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Herausgeber ‏ : ‎ Rowohlt Taschenbuch
Erscheinungstermin ‏ : ‎ 13. Mai 2025
Auflage ‏ : ‎ 3.
Sprache ‏ : ‎ Deutsch
Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 448 Seiten
ISBN-10 ‏ : ‎ 3499014742
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3499014741 

Kindle-Ausgabe
ASIN ‏ : ‎ B0DK64L985
Herausgeber ‏ : ‎ Rowohlt E-Book
Erscheinungstermin ‏ : ‎ 1. Mai 2025
Auflage ‏ : ‎ 1.
Sprache ‏ : ‎ Deutsch
Dateigröße ‏ : ‎ 7.4 MB
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3644020160 
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Von Teresa Simon außerdem gelesen und rezensiert:
Simon, Teresa - Die Oleanderfrauen     
Simon, Teresa - Die Fliedertochter    
Simon, Teresa - Die Lilienbraut    
Simon, Teresa - Glückskinder      
 

Mittwoch, 10. März 2021

Glückskinder von Teresa Simon [Rezension]

 
Bildrechte beim Verlag

Zum Inhalt:
München 1945. Auf dem Schwarzmarkt in der Möhlstraße treffen sich alle, die nach Glück und ein wenig Leben suchen. Nylons, Kaffee, Schokolade und Schmuck wechseln hier die Besitzer. Auch Toni, die ihr Zuhause verloren hat und nun bei ihrer Tante Vev wohnt, versucht, auf dem Schwarzmarkt das Nötigste für die Familie zu organisieren. Als sie die Holländerin Griet kennenlernt, spürt Toni zunächst eine tiefe Abneigung. Sie ahnt nicht, dass Griet eine schwere Zeit hinter sich hat, über die sie nie wieder sprechen möchte. Sie könnten einander helfen. Doch das geht nur, wenn sie ehrlich zueinander sind und ihre Vorurteile überwinden ...
(Kurzbeschreibung lt. Heyne Verlag)
 
 
 
Die Autorin:
Teresa Simon ist das Pseudonym der promovierten Historikerin und Autorin Brigitte Riebe. Sie ist neugierig auf ungewöhnliche Schicksale und lässt sich immer wieder von historischen Ereignissen und stimmungsvollen Schauplätzen inspirieren. Die SPIEGEL-Bestsellerautorin ist bekannt für ihre intensiv recherchierten und spannenden Romane, die tiefe Emotionen wecken. Ihre Romane Die Frauen der Rosenvilla, Die Holunderschwestern und Die Oleanderfrauen wurden alle zu Bestsellern.
(Quelle: Heyne Verlag)
 
 
Meine Meinung:
Der Roman beginnt 1945 kurz vor dem Kriegsende und erzählt die Geschichte von Antonia genannt Toni und Griet, einer Niederländerin.
Griet gehörte dem Widerstand an und wurde ins KZ Giesing gebracht. Von dort wurden die Widerständlerinnen, die schon sehr entkräftet waren, in einem langen Fußmarsch nach Wolfratshausen gebracht, wo sie Unterschlupf auf einem Bauernhof finden. Dort werden sie bald darauf von amerikanischen Truppen befreit. Ein Captain der US-Truppen nimmt sich Griet an und verhilft ihr später zu einem Job in einem amerikanischen Casino in München. Untergebracht wird sie als „Einquartierung“ in der Wohnung von Tonis Großtante Vev. Dort leben allerdings außer Toni, ihrer Schwester und ihrer Mutter auch noch eine Tante mit Sohn. Die Familie ist von der Einquartierung nicht sonderlich begeistert, fügt sich aber.
Und so begegnen sich die beiden Protagonistinnen des Romans, Toni und Griet, also zum ersten Mal. Toni steht Griet zunächst sehr ablehnend gegenüber, was teilweise auch daran liegt, dass Griet einen guten Kontakt zu dem US-Captain pflegt. Die beiden haben voneinander anfangs einen falschen Eindruck, was sich aber legt, als sie sich besser kennenlernen. Später verbindet die beiden eine besondere Freundschaft.

Eigentlich erzählt der Roman zwei Geschichten, die von Toni und die von Griet. Beide Handlungsstränge laufen nebeneinander und haben im Verlauf des Romans immer mehr Verknüpfungspunkte.
Die Perspektive wechselt zwischen den beiden Protagonistinnen. So ist man hautnah an beiden Frauen dran und erlebt ihre Geschichten förmlich mit. Toni konnte ihren Job in einem Verlag anfangs noch nicht wieder aufnehmen und so kümmert sie sich um die Familie und versucht zu besorgen, was diese für das tägliche Leben braucht. So lernt sie auch den Schwarzmarkt kennen, der sich in München an verschiedenen Plätzen, besonders aber in der Möhlstraße, entwickelt.
Griet geht ihrer Arbeit im Casino nach, hat aber nach wie vor kein einfaches Leben. Ihr ständiger Leitspruch „Ich. Bin. Griet. Van. Mook. Ich. Werde. Leben.“, der ihr auch schon während ihrer Leidenszeit in Gefangenschaft und als Zwangsarbeiterin geholfen hat, bleibt ihr auch in dieser Zeit eine Hilfe. Aber man spürt auch, dass Griet ein Geheimnis mit sich herum trägt.

Wie von der Autorin gewöhnt, hat sie die Lebensumstände und die Situation in München zu dieser Zeit sehr gründlich recherchiert. Die realen historischen Fakten, die sie in ihrem „Historischen Nachwort“ und einem zusätzlichen Abschnitt „Dichtung und Wahrheit“ darlegt und erläutert, bilden den Hintergrund für die fiktive Geschichte.
Die Menschen sind zwar glücklich, dass der Krieg endlich vorbei ist, aber sie leiden weiterhin unter Hunger, Kälte, Wohnungsknappheit und es fehlt an vielem, was man im täglichen Leben so braucht.
Sehr anschaulich zeigt Teresa Simon anhand von Toni und Griet, wie die Menschen sich gegenseitig helfen, Tauschgeschäfte führen und wie sich allmählich auch der Schwarzmarkt entwickelt. Alles von Wert, was man über den Krieg retten konnte, wurde eingetauscht in Dinge, die lebenswichtig waren.
Aber sie stellt auch das Leben und den Einfallsreichtum der Menschen dar, aus dem Wenigen, das sie haben, das Beste zu machen.
So wurden mit wenigen und einfachen Lebensmitteln abwechslungsreiche Gerichte gekocht, Kleidung wurde auf- oder umgearbeitet und vieles mehr.
Im Anhang gibt es auch einige Originalrezepte aus dem Jahr 1946 zu „Guter Kost in magerer Zeit“.

Neben Toni und Griet, die beide starke Frauen sind, gibt es noch eine Reihe anderer Figuren, die eine Rolle in der Handlung spielen. Dan, der US-Captain, stellt einen einfühlsamen und freundlichen Besatzer dar. Tonis Bruder Max steht für die vielen Männer, die aus Kriegsgefangenschaft nach Hause zurückkehren und ihre dortigen schlimmen Erlebnisse verarbeiten müssen. Und dann ist da noch Louis, der zu den sicherlich vielen Menschen gehört, die aus dem Schwarzmarkt ihren Profit schlagen und windige, vielleicht auch illegale Geschäfte tätigen.
Sie alle bereichern die Handlung und tragen dazu bei, dass man beim Lesen ein umfassendes Bild der damaligen Situation und des Lebens voller Entbehrungen in der Nachkriegszeit bekommt.

Tonis und Griets Geschichte ist eine sehr lebendige, anschauliche und authentische Geschichte mit realen historischen Hintergründen. Die Handlung hat mich völlig gefangen genommen und emotional sehr berührt. Mitgenommen habe ich die Botschaft, dass man nie aufgeben darf, es immer noch Hoffnung gibt und einen Weg, der in eine bessere Zukunft führt!


Fazit: 5 von 5 Sternen



Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Heyne Verlag
und das Bloggerportal!
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Herausgeber : Heyne Verlag; Originalausgabe Edition (8. Februar 2021)
Sprache : Deutsch
Taschenbuch : 512 Seiten
ISBN-10 : 3453424069
ISBN-13 : 978-3453424067  
 
 
 
 
Kindle-Ausgabe
ASIN : B086V8JZ71
Herausgeber : Heyne Verlag; Originalausgabe Edition (8. Februar 2021)
Sprache : Deutsch
Dateigröße : 1292 KB  
 
 
 
 
 
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Mittwoch, 8. Juli 2020

Die Lilienbraut von Teresa Simon [Rezension]

Cover
(alle Rechte beim Verlag)
Zum Inhalt:
Köln in den Vierzigerjahren. Die junge Nellie Voss hat gerade eine Stelle bei 4711 angetreten. Schnell wird ihr klar, dass sie ein untrügliches Gespür für Düfte hat. Ab und zu vergisst sie darüber sogar, dass ein schrecklicher Krieg tobt. Doch noch mehr beschäftigt sie ihre aussichtslose Liebe zu einem Mann, den sie nicht haben darf ...

Köln in der Gegenwart: Nach ihrer schmerzhaften Trennung eröffnet Liv einen kleinen Laden für Seifen und Düfte im Stadtviertel Ehrenfeld. Eines Tages begegnet sie auf der Straße zufällig einer geheimnisvollen weißhaarigen Dame, die bei ihrem Anblick regelrecht erschüttert ist und sie beschimpft. Wer ist sie, und was verbindet sie mit Liv?

(Kurzbeschreibung gem. Heyne Verlag)

Leseprobe


Die Autorin:
Teresa Simon ist das Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin. Sie reist gerne (auch in die Vergangenheit), ist neugierig auf ungewöhnliche Schicksale, hat ein Faible für Katzen, bewundert alles, was grünt und blüht, und lässt sich immer wieder von stimmungsvollen historischen Schauplätzen inspirieren. 
(Quelle: Heyne Verlag)


Meine Meinung: 
Liv zieht nach ihrer Trennung vom Vater ihres kleinen Sohnes nach Köln-Ehrenfeld und eröffnet einen kleinen Laden für selbst kreierte Düfte und Seifen. Möglich macht ihr dies eine Erbschaft ihrer Tante Wimmi, deren Bedingung aber war, dass Liv nach Ehrenfeld gehen muss.
Liv eröffnet ihr Geschäft und sucht Anschluss im Stadtteil. Zufällig begegnet sie einer alten Dame, die offenbar verwirrt ist und sie mit jemandem verwechselt, denn sie beschimpft Liv. Was hat das zu bedeuten?

In einem zweiten Handlungsstrang befinden wir uns ebenfalls in Ehrenfeld in den 1940er Jahren im 2. Weltkrieg. Dort lebt Nellie Voss, deren Mutter ein kleines Lokal betreibt, während Nellie im Haus 4711 arbeitet und feststellt, dass sie eine „besondere Nase“ hat und ein Gespür für Düfte. Neben den Auswirkungen des Krieges, Hunger, Bombenangriffe quält Nellie ihre verbotene Liebe. Wird diese Liebe eine Chance haben?

Ich liebe Romane auf zwei Zeitebenen und so hat mich auch dieser Roman schnell gefesselt. Gut gefallen hat mir, dass der Roman in Köln spielt. Da ich selbst in Bonn lebe, also nahe bei Köln, kenne ich den einen oder anderen Schauplatz.
Wie öfter bei solchen Romanen, ist der zweite Handlungsstrang in der Vergangenheit der stärkere. Nellie zu begleiten ist aufwühlend und bewegend. Ihr Leben wird teilweise in Tagebuchform erzählt, was eine große Nähe zu Nellie bringt.
Die Autorin beschreibt das Kriegsgeschehen und die Situation der Menschen sehr authentisch. Gekonnt verknüpft sie dabei Reales mit der fiktiven Geschichte. So gibt es die Duftfirma 4711 ja tatsächlich und auch die Firma Farina, in der das Eau de Cologne erfunden wurde, existiert. Im Roman lässt die Autorin Nellies beste Freundin Greta der Familie Farina angehören. Auch die Edelweißpiraten, Gruppierungen deutscher Jugendlicher, die sich im Deutschen Reich unangepasst und oppositionell verhalten haben, gab es wirklich. In Ehrenfeld erinnert ein Wandgraffiti als Gedenkstätte an sie.

Aber auch in der Gegenwart beschreibt die Autorin das Leben in dem Kölner Stadtteil Ehrenfeld sehr authentisch. Köln ist nicht nur eine Stadt sondern auch ein Gefühl und eine Lebensweise. Das erlebt Liv, als sie nach Ehrenfeld zieht, was heute ein Multi-Kulti-Viertel ist, und dort die Menschen kennenlernt. Aber offenbar gibt es auch jemanden, der sie dort nicht haben möchte, denn es geschehen merkwürdige Dinge. Auch die alte Frau, die Liv beschimpft und Nellie genannt hat, begegnet ihr immer wieder.
Dadurch ergab sich für mich schon ein Bezug zur Handlung in der Vergangenheit. Auch Liv beginnt irgendwann nachzuforschen und das wird sehr spannend. Was sich dann am Ende rausstellt, war überraschend für mich und auch für die Beteiligten.

Passend zum Schauplatz lebt Nellie in der Vergangenheit in einfachen Verhältnissen und ihre Mutter betreibt eine Kölsch-Kneipe. Hier gibt es typische Kölsche Speisen und ab und zu lässt die Autorin auch den Kölschen Dialekt einfließen. Zu etlichen der typischen Gerichte gibt es im Anhang zum Buch Rezepte zum nachkochen.

Mit Nellie und Liv hat die Autorin zwei tolle Figuren geschaffen. Beide Frauen sind starke Charaktere, die ihren Weg gehen und sich nicht einschüchtern lassen. Nellie war mir etwas näher, was aber auch daran liegt, dass die Handlung in der Vergangenheit mehr Raum einnimmt.

Aber auch die Nebenfiguren sind alle gut gelungen, besonders mochte ich Livs keinen Sohn Thijs und ihre Mitarbeiterin Nouria.

Während anfangs beide Handlungsstränge mehr nebeneinander herlaufen, verknüpfen sie sich später immer mehr. Die Vergangenheit war bewegend und Nellies Lebensgeschichte hat mich sehr berührt.
Die Gegenwart war eher spannend, denn es gilt ja so einige Geheimnisse zu lüften. Aber auch Livs Geschichte wird später emotional.

Insgesamt hat mich dieser tolle Roman begeistert, weil er so vielfältig und authentisch ist und unterschiedliche Themen aufgreift. Die Gemeinsamkeit der beiden Handlungsstränge, die Welt der Düfte, ist sehr interessant und es gibt  vielerlei Informationen in diesem Bereich.

„Die Lilienbraut“ bietet tolle Unterhaltung und Teresa Simon ist eine großartige Erzählerin, so dass ich ein wunderbares Leseerlebnis hatte!


Fazit: 5 von 5 Sternen



Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Heyne Verlag
und das Bloggerportal!











 

 
Taschenbuch: 496 Seiten
Verlag: Heyne Verlag; Auflage: Originalausgabe (11. Mai 2020)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453422449
ISBN-13: 978-3453422445





 
Format: Kindle Ausgabe
Dateigröße: 1287 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 497 Seiten
Verlag: Heyne Verlag; Auflage: Originalausgabe (11. Mai 2020)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: B07QM6PBH5




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Montag, 11. März 2019

Die Fliedertochter von Teresa Simon [Rezension]

Cover
(alle Rechte beim Verlag)
Zum Inhalt:
Eine geheimnisvolle Schneekugel. Das Erbe einer starken Frau. Eine Liebe, die sich nie erfüllt hat.

Berlin 1936. Die Sängerin Luzie Kühn steht ganz am Anfang ihrer Karriere und träumt von einem Leben im Rampenlicht. Doch als Jüdin fühlt sie sich nicht mehr sicher und verlässt Berlin in Richtung Wien. Sie verliebt sich in den charismatischen Bela Król und schwebt im siebten Himmel, doch schon bald wird klar, dass Luzie auch in Wien nicht sicher ist ...

Berlin 2018. Paulina Willke wird von ihrer mütterlichen Freundin Antonia gebeten, in Wien ein Erbstück für sie abzuholen. Sie ahnt nicht, dass die Reise nach Wien ihr Leben verändern wird ...
(Kurzbeschreibung gem. Heyne Verlag)


Leseprobe


Die Autorin:
Teresa Simon ist das Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin. Sie reist gerne (auch in die Vergangenheit), ist neugierig auf ungewöhnliche Schicksale, hat ein Faible für Katzen, bewundert alles, was grünt und blüht, und lässt sich immer wieder von stimmungsvollen historischen Schauplätzen inspirieren.
(Quelle: Heyne Verlag)


Meine Meinung:
Antonia „Toni“ erhält eine Nachricht aus Wien, dass sie eine Erbschaft gemacht hat, die sie allerdings selbst abholen muss. Da sie sich gesundheitlich nicht in der Lage fühlt, die Reise anzutreten, bittet sie Paulina nach Wien zu reisen und die Angelegenheit zu regeln.
Paulina erfüllt ihrer mütterlichen Freundin den Wunsch, ist doch ihr Talisman aus Kindertagen eine Schneekugel mit dem Wiener Prater-Riesenrad. Die Familie Brunner in Wien händigt Paulina als Erbstück ein altes Tagebuch aus, das eine gewisse Luzie Kühn verfasst hat.
Als Paulina im Haus der Brunners die gleiche Schneekugel entdeckt, wie sie sie selbst besitzt, beschließt sie, das Tagebuch während ihres Aufenthalts in Wien zu lesen.

Im zweiten Handlungsstrang erleben wir also die Geschichte der Luzie Kühn, die teilweise als Luzies Tagebuch in der Ich-Form und teilweise in der Erzählform geschrieben ist.
Im Oktober 1936 lebt Luzie als Halbjüdin, deren Eltern bei einem Schiffsunglück ums Leben kamen, in Berlin und träumt von einer Karriere als Sängerin. Als Deutschland für sie zu unsicher wird, reist sie nach Wien zur ihrer Tante Marie, die sie adoptiert und ihre jüdische Herkunft verschleiert. Luzie verliebt sich in den Künstler Bela Król und genießt ihr Leben. Aber die Zeiten werden schlechter und die Nationalsozialisten breiten sich auch in Österreich immer mehr aus, was Luzies Lage wieder verschlimmert.

In ihrem sehr lebendigen und mitreißenden Schreibstil erzählt die Autorin sowohl Luzies als auch Paulinas Geschichte. Beide Handlungsstränge wechseln und verknüpfen sich im Laufe der Geschichte immer mehr.
Der Schwerpunkt liegt aber auf Luzies Geschichte, die ich gebannt verfolgt habe. Durch die Tagebucheinträge konnte ich schnell eine große Nähe zu Luzie herstellen und ihre Empfindungen miterleben.
Ich habe mit ihr gebangt, gelitten, gehofft und ihr Schicksal hat mich sehr berührt.
Die Schrecken der Naziherrschaft werden von der Autorin sehr authentisch dargestellt und an Luzies Geschichte deutlich gemacht. Das geht schon sehr unter die Haut. Aber es gibt für Luzie glücklicherweise auch schöne und romantische Momente, die man mit ihr genießen kann.

Im zweiten Handlungsstrang erleben wir Paulina im Wien der Gegenwart. So wie sich Paulina kaum von Luzies Tagebuch lösen kann und nächtelang durch liest, so konnte ich mich kaum von dem Buch trennen. Denn Luzies Schicksal und die Verbindung in die Gegenwart haben mich sehr gefesselt. Die Wechsel zwischen den Handlungssträngen sind so geschickt gesetzt, dass sich das Buch schnell zum Pageturner entwickelt.
Mit Paulina dürfen wir auch das heutige Wien erkunden und erleben allerlei schöne Schauplätze, wie das Riesenrad im Prater, das Café Demel und das Grab von Mozart. Dabei gibt es auch einige Parallelen zu Luzies Erkundungen im damaligen Wien. Die Autorin beschreibt das alles sehr bildhaft und man spürt deutlich, dass sie die Stadt Wien liebt, was sie in ihrem Nachwort auch bestätigt.
Auch lesen wir von typischen Wiener Köstlichkeiten wie Wiener Schnitzel, Serviettenknödel und Sachertorte. Hierfür gibt es im Anhang zum Buch auch noch einige Rezepte.

Es gibt auch noch einen kleinen dritten Handlungsstrang, in dem wir Paulinas Mutter erleben, die mit ihrer Freundin auf einer Pilgerreise in Italien ist und mit dieser über ein Familiengeheimnis spricht. Damit schafft die Autorin noch zusätzliche Spannung.

Teresa Simon ist eine großartige Erzählerin, die es versteht, ihren Figuren Leben einzuhauchen und deren Geschichten mitreißend zu erzählen.
Sie schafft in diesem Buch eine ganz besondere Atmosphäre, die mir ausnehmend gut gefallen hat. Trotz der Schrecken des 2. Weltkrieges ist „Die Fliedertochter“ eine wunderschöne Geschichte, mit zwei unterschiedlichen Frauen, deren Schicksal ich gespannt verfolgt habe.

Diese fesselnde und sehr berührende Familiengeschichte vor historischem Hintergrund hat mich bewegt und lange nicht losgelassen - ein Lesehighlight!


Fazit: 5 von 5 Sternen



Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Heyne Verlag
und das Bloggerportal!











 
Taschenbuch: 496 Seiten
Verlag: Heyne Verlag; Auflage: Originalausgabe (11. Februar 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453421450
ISBN-13: 978-3453421455




Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1587 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 497 Seiten
Verlag: Heyne Verlag; Auflage: Originalausgabe (11. Februar 2019)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: B07C3VRWCW




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Samstag, 20. Januar 2018

Die Oleanderfrauen von Teresa Simon [Rezension]

Cover
(alle Rechte beim Verlag)
Zum Inhalt:
Was, wenn die Liebe alle Schranken durchbricht?

Hamburg 1936. Die junge Sophie Terhoven, Tochter eines einflussreichen Kaffeebarons, genießt ihr komfortables Leben. Hannes Kröger, der Sohn der Köchin, ist ihr von Kindheit an Freund und Vertrauter. Irgendwann verändern sich ihre Gefühle füreinander, und plötzlich wird ihnen klar, dass sie sich ineinander verliebt haben. Doch Reich und Arm gehören nicht zusammen, und ein dunkles Geheimnis ihrer Eltern, von dem sie bisher nichts wussten, scheint ihre Liebe unmöglich zu machen.
(Kurzbeschreibung gem. Heyne Verlag


Leseprobe


Die Autorin:
Teresa Simon ist das Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin. Sie reist gerne (auch in die Vergangenheit), ist neugierig auf ungewöhnliche Schicksale, hat ein Faible für Katzen, bewundert alles, was grünt und blüht, und lässt sich immer wieder von stimmungsvollen historischen Schauplätzen inspirieren.
(Quelle: Heyne Verlag)


Meine Meinung:
In "Die Oleanderfrauen" erzählt Teresa Simon die Geschichte der Familie Terhoven, eine wohlhabende "Kaffeedynastie" in Hamburg, in den Jahren 1936 bis etwa 1943. Die Familie bewegt sich in der sogenannten feinen Gesellschaft Hamburgs und hat für die Tochter Sophie sowie den jüngeren Sohn Lennie entsprechende Pläne. Und so passt es natürlich nicht in die Vorstellungen der Familie, dass Sophie seit Kindertagen eine enge Freundschaft mit Hannes Kröger, dem Sohn der Köchin, verbindet. Als sich die beiden ineinander verlieben und Sophie wenig später schwanger wird, löst die Familie das Problem auf ihre Weise und vermeidet einen öffentlichen Skandal. Aber da gibt es noch ein dunkles Familiengeheimnis, das alles verändert.
Dieser Handlungsstrang wird überwiegend aus der Sicht von Sophie und auch in Form von Tagebucheinträgen erzählt.

Der zweite Handlungsstrang spielt im Jahr 2016, ebenfalls in Hamburg und erzählt von Jule, die ein kleines Café führt und durch eine Mieterhöhung finanzielle Sorgen hat. So hat sie sich ein zweites Standbein aufgebaut und betreibt als Dienstleistung für andere historische und familiäre Recherchen unter dem Motto "Ich schreib dir dein Leben".
Die liebenswerte, schon etwas ältere Johanna, findet bei der Auflösung des Haushalts ihrer Mutter ein altes Tagebuch. Sie beginnt interessiert zu lesen und findet heraus, dass es sich um das Tagebuch von Sophie Terhoven handelt.
Und so beauftragt sie Jule, deren Café sie seit einiger Zeit regelmäßig besucht, mehr über die Familie herauszufinden. Jule fertigt Kopien des Tagebuchs an und beide Frauen lesen es nun gemeinsam.

Hier beginnt dann die Verknüpfung der beiden Handlungsstränge.
Im Wechsel gibt es die Tagebucheinträge mit der Handlung in der Vergangenheit sowie die aktuellen Ereignisse der Gegenwart. Nach und nach erleben wir Sophies Leben in den Vorkriegsjahren, die immer größer werdende Macht der Nationalsozialisten und letztlich den Beginn des 2. Weltkriegs.
Hierbei bedient sich die Autorin realer historischer Fakten und gibt die Stimmung dieser Zeit sehr gut wieder.
Sophie ist eine sympathische und authentische Protagonistin, die sich vom verwöhnten und behüteten Teenager erst zur charmanten jungen Frau und später zur selbstbewussten Erwachsenen und verantwortungsvollen Mutter entwickelt.
Ich mochte Sophie wirklich gern und sie hat mich als Figur beeindruckt, weil sie immer ihr Ziel verfolgt und um ihre Liebe und ihr Kind gekämpft hat. Sie hat die Hoffnung nie aufgegeben und immer versucht, das Beste und das Richtige zu tun.
Aber auch die weiteren Mitglieder ihrer Familie und ihre Freunde sind als Figuren gut ausgearbeitet und gelungen. Sie bereichern und ergänzen die Geschichte.
Sophies Leben hat mich sehr berührt und vor allem auch sehr gefesselt. Diese Geschichte alleine wäre schon ein unterhaltsames Buch gewesen.
Aber es gibt ja noch den 2. Handlungsstrang in der Gegenwart, der den Teil der Vergangenheit perfekt ergänzt. Stück für Stück nähern sich Johanna und Jule den Geheimnissen der Familie Terhoven und erleben so einige Überraschungen.
So war auch in diesem Handlungsstrang die Spannung hoch und die Handlung fesselnd. Durch die geschickt gesetzten Wechsel zwischen den beiden Zeitebenen und die hohe Spannung hat sich das Buch zum Pageturner entwickelt, den ich kaum noch aus der Hand legen wollte.
Auch die Charaktere in der Gegenwart sind der Autorin gut und glaubhaft gelungen und besonders Johanna hatte ich schnell ins Herz geschlossen.
Dazu kommen viele liebevolle Details, kleine Nebenhandlungen, Wendungen und Überraschungen, die die Geschichte ergänzen und abrunden.
Der Schreibstil ist sehr lebendig und mitreißend, so dass ich ganz in die Geschichte eintauchen konnte. Dabei versteht es die Autorin den Spannungsbogen konstant hoch zu halten, immer wieder Hinweise zu geben aber nie zu viel zu verraten und auch die vielfältigen Emotionen gut zum Leser zu transportieren.
Nebenbei erfährt man noch eine Menge interessante Fakten über Kaffee und am Ende des Buches gibt es einige leckere Rezepte für Kuchen und Kaffeespezialitäten, wie Jule sie in ihrem Café serviert.

Dieses wunderbare Buch hat mich völlig überzeugt und so begeistert, dass ich es in kurzer Zeit durchgelesen hatte und dann traurig war, dass es zu Ende ist.
Es passt einfach alles perfekt zusammen und für mich war Sophies Geschichte das erste Lesehighlight des Jahres 2018, das ich begeistert weiterempfehle!


Fazit: 5 von 5 Sternen



Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Heyne Verlag
und das Bloggerportal!








 
Taschenbuch: 544 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (9. Januar 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453421159
ISBN-13: 978-3453421158




 
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 2118.0 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 545 Seiten
ISBN-Quelle für Seitenzahl: 3453421159
Verlag: Heyne Verlag (9. Januar 2018)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: B06X9VV96X





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