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Montag, 11. November 2024

Die Frauen jenseits des Flusses von Kristin Hannah [Rezension]

 
Bildrechte beim Verlag


Zum Inhalt:
Auch Frauen können Helden sein – für die junge Krankenschwesterschülerin Frances McGrath gleichen diese Worte einer Offenbarung. In der sich wandelnden Welt des Jahres 1965 wagt sie es, von dem ihr vorherbestimmten Pfad abzuweichen, und folgt ihrem Bruder nach Vietnam. Und während sie inmitten der Grausamkeit des Krieges über sich hinauswächst, erwartet sie die wahre Herausforderung bei ihrer Rückkehr. 
(Kurzbeschreibung lt. Rütten & Loening Verlag)
 


Die Autorin:
Kristin Hannah, geboren 1960 in Südkalifornien, arbeitete als Anwältin, bevor sie zu schreiben begann. Heute ist sie eine der erfolgreichsten Autorinnen der USA und lebt mit ihrem Mann im Pazifischen Nordwesten der USA. Nach zahlreichen Bestsellern waren es ihre Romane »Die Nachtigall« und »Die vier Winde«, die Millionen von Leser:innen in über vierzig Ländern begeisterten und Welterfolge wurden.
(Quelle: Aufbau Verlage)


Meine Meinung:
Frances McGrath genannt Frankie wächst wohlbehütet als Tochter in einem wohlhabenden Haus in den 1960er Jahren auf. Sie macht eine Ausbildung zur Krankenschwester aber eigentlich ist die Aufgabe junger Frauen zu dieser Zeit, zu heiraten und eine Familie zu gründen.
Als ihr Bruder Finley als Soldat in den Vietnamkrieg zieht, sind die Eltern stolz auf ihren Sohn und sein Abschied wird groß gefeiert. Frankie steht Finley sehr nah und ist geschockt, als leider ziemlich schnell die Nachricht vom Tode Finleys die Familie erreicht. Auf seiner Abschiedsparty sagte ein Freund „auch Frauen können Helden sein“ und so sucht Frankie nach einer Möglichkeit, selbst nach Vietnam zu gehen. Als gelernte Krankenschwester bekommt sie bei der US-Army die Möglichkeit nach einem Grundlehrgang sofort nach Vietnam zu reisen. Als sie ebenfalls auf den Stolz der Eltern hofft, stößt sie dort auf Ablehnung.
Trotzdem reist sie nach Vietnam und erlebt gleich nach ihrer Ankunft die Schattenseiten des Krieges. Doch die wahre Herausforderung erlebt sie erst nach ihrer Rückkehr.

Laut ihren Anmerkungen am Ende des Buchs hat Kristin Hannah schon gegen Ende der 1990er Jahre den Wunsch gehabt, dieses Buch zu schreiben und nicht nur auf die tapferen Soldaten sondern insbesondere auf die heldenhaften Leistungen der Frauen in diesem Krieg hinzuweisen und ihnen ein Denkmal zu setzen. Damals als junge Autorin war sie noch nicht bereit und fühlte, dass ihr die nötige Kompetenz und Reife dazu fehlte. Aber nun hat sie das Projekt verwirklicht und dabei eng mit einer ehemaligen Lazarettkrankenschwester, die in vietnamesischen Kampfzonen gedient hat, sowie einem pensionierten Army Colonel, der als Hubschrauber-Pilot über 1000 Kampfeinsätze flog, zusammengearbeitet.

Kristin Hannah ist es mit diesem Roman sprach- und bildgewaltig gelungen, die Schrecken des Vietnam-Krieges aber auch ganz besonders die aus meiner Sicht wirklich unglaublichen Leistungen der Frauen, überwiegend im Sanitätsdienst, darzustellen und zu würdigen.
Besonders der erste Teil ist aus meiner Sicht nichts für schwache Nerven, denn sie beschreibt die Schrecken des Krieges sehr genau und anschaulich. Wir erleben die harte Arbeit der Ärzte und Krankenschwestern in stundenlangen Schichten und das Leid der unzähligen Schwerverletzten, Traumatisierten und Sterbenden. Ich habe die Helfer dort, besonders natürlich die Frauen von Anfang an sehr respektvoll bewundert.
Aber es war auch schön zu lesen, dass sie zwischendurch tatsächlich mal kleine Ablenkungen und Vergnügungen hatten, die ihnen das Leben etwas erleichtert haben.
Aber nicht nur Frankie traf bei ihrer Rückkehr in die USA der Schock sondern auch mich beim Lesen.
Dass in den USA die Kritik der Bevölkerung an diesem Krieg mit der Zeit immer größer und stärker wurde und auch lautstark demonstriert wurde, hatte sich bereits bis in die Lager in Vietnam herumgesprochen. Aber was die Frauen in den USA bei ihrer Rückkehr erwarten würde, darauf waren sie nicht vorbereitet. Es wurde geleugnet, dass es dort überhaupt Frauen gegeben hat. Überall hörte man „Frauen waren nicht in Vietnam“. Auch Frankies Eltern hatten in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis erzählt, Frankie sei zu einem Auslandsstudium in Europa.
So mussten die Frauen nicht nur mit ihren Traumata sondern auch noch mit der Verleugnung ihrer Einsätze leben.
Gebannt habe ich verfolgt, wie Frankie damit umgeht und ihren weiteren Platz im Leben sucht. Bereits in Vietnam hat sie zwei sehr enge Frauenfreundschaften geschlossen, die ihr auch zurück in den USA erhalten blieben. Die drei Frauen stehen trotz größeren Entfernungen eng zusammen und unterstützen sich gegenseitig.
Frankie erlebt auch zwei Liebesgeschichten, bereits vor Ort in Vietnam und auch zurück in den USA. Doch beide bringen ihr nur Kummer und weiteres Leid, dass sie zusätzlich zu ihrem Trauma verarbeiten muss. So wird ihr Weg zurück ins normale Leben noch erschwert.
Der Roman endet dann mit der späten Anerkennung und Ehrung der Gefallenen und der Kriegsveteranen durch das Vietnam Veteran Memorial Anfang der 1980er Jahre, zu dem auch ein Women’s Memorial gehört.

Kristin Hannah hat hier einen sehr emotionalen und bewegenden Kriegsroman vorgelegt, der mich sehr aufgewühlt und berührt hat. Sie beschreibt ohne Klischees und Vorurteile die viele Jahre dauernden Schrecken dieses Krieges, die Kritik der Bevölkerung und die wirklich unglaubliche Behandlung der Frauen.
Ich denke, es ist ihr auf eindrucksvolle Art und Weise gelungen, den Frauen in Vietnam ein Denkmal zu setzen und mich hat sie mit diesem Roman überzeugt und nachdenklich gemacht! Ich bin beeindruckt von diesem Roman und vor allem vor den Frauen der Geschichte!


Fazit: ⭐⭐⭐⭐⭐



Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Rütten & Loening Verlag bzw. Aufbau Digital und NetGalley!
















Herausgeber ‏ : ‎ Rütten & Loening; 3. Edition (17. September 2024)
Sprache ‏ : ‎ Deutsch
Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 542 Seiten
ISBN-10 ‏ : ‎ 3352009449
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3352009440
Originaltitel ‏ : ‎ The Women
Übersetzung  :  Christine Strüh

Kindle Ausgabe
ASIN ‏ : ‎ B0D1HCLLTH
Herausgeber ‏ : ‎ Aufbau Digital; 1. Edition (17. September 2024)
Sprache ‏ : ‎ Deutsch
Dateigröße ‏ : ‎ 1530 KB 
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Von Kristin Hannah außerdem gelesen und rezensiert:
Hannah, Kristin - Die andere Schwester      
Hannah, Kristin - Liebe und Verderben     
Hannah, Kristin - Die vier Winde      
Hannah, Kristin - Winterschwestern   
Hannah, Kristin - Der Junge von Angel Falls    
 

Dienstag, 12. Oktober 2021

Die vier Winde von Kristin Hannah [Rezension]

 
Bildrechte beim Verlag


Zum Inhalt:
Texas, 1934: Seit der Weltwirtschaftskrise sind Hunderttausende arbeitslos, und in den Ebenen der Prärie herrscht Dürre – zu viel wurde gerodet, nach Missernten droht das Land von Sandstürmen davongetragen zu werden. In dieser unsicheren, gefahrvollen Zeit muss Elsa Martinelli eine schwere Entscheidung treffen: Soll sie um das Land kämpfen, das sie liebt und das die Heimat ihrer Familie ist? Oder soll sie mit ihren Kindern wie so viele andere nach Westen ziehen? Irgendwann bleibt Elsa keine Wahl mehr, doch die Flucht nach Kalifornien birgt neue Gefahren in sich. Aber auch die Hoffnung auf ein neues Leben – und eine neue Liebe.
(Kurzbeschreibung lt. Rütten & Loening Verlag)
 


Die Autorin:
Kristin Hannah, geboren 1960 in Südkalifornien, arbeitete als Anwältin, bevor sie zu schreiben begann. Heute ist sie eine der erfolgreichsten Autorinnen der USA und lebt mit ihrem Mann im Pazifischen Nordwesten der USA. Nach zahlreichen Bestsellern waren es ihre Romane „Die Nachtigall“ und "Liebe und Verderben", die Millionen von Lesern in über vierzig Ländern begeisterten und Welterfolge wurden. 
(Quelle: Aufbau Verlag)


Meine Meinung:
Der Roman spielt in den Jahren 1921 bis 1936 mit einem Epilog im Jahr 1940 und erzählt eine fiktive Geschichte mit dem realen historischen Hintergrund der Weltwirtschaftskrise (Great Depression) und der Umweltkatastrophe (Dust Bowl), die zu großen Dürren und Staubstürmen führte.
Die junge Elsa Wolcott ist Tochter einer wohlhabenden Familie, aber eine Außenseiterin. Ihre Krankheit, die sie als Kind hatte, ihre Körpergröße und ihr unscheinbares Aussehen haben ihr jegliches Selbstbewusstsein genommen und Liebe und Zuneigung hat sie von ihrer Familie auch nicht zu erwarten.
Am Abend vor ihrem Geburtstag schleicht sie sich heimlich in die Stadt und lernt dort Raffaello „Raf“ Martinelli, den Sohn italienischer Einwanderer, kennen. Die beiden verlieben sich ineinander und Elsa wird schwanger. Ihre Eltern schieben sie zur Familie Martinelli ab und sagen sich von ihr los, aber die die Martinellis nehmen sie freundlich auf. Elsa und Raf heiraten, bekommen Tochter Loreda und später Sohn Anthony.
Elsa wird zur Hausfrau, Farmerin und Mutter und ist glücklich, denn endlich hat sie eine eigene Familie.
Aber dann beginnt die Zeit der Trockenheit, die Dürre, der Börsencrash, die Wirtschaftskrise mit den Folgen der Arbeitslosigkeit überall.
Auch auf der Farm leidet die Familie sehr, denn sie leben vom Getreideanbau, der bald nicht mehr möglich ist. Armut und Hunger treten in ihr Leben. Als Raf es nicht mehr aushält versucht er Elsa zu bewegen, dass sie als Familie gemeinsam nach Kalifornien gehen sollen, wo es angeblich genug Arbeit für alle gibt. Aber Elsa zögert, will die Schwiegereltern nicht alleine zurücklassen und Raf geht schließlich alleine.
Später, als die Sandstürme immer häufiger und heftiger werden, überreden Elsas Schwiegereltern sie, mit den Kindern ebenfalls nach Kalifornien zu reisen. Der alte Pickup der Familie wird gepackt und Elsa macht sich mit ihren Kindern voller Hoffnung auf eine Reise in eine ungewisse Zukunft.

Dass Kristin Hannah eine tolle Erzählerin ist, hat sie mit früheren Romanen bereits öfter bewiesen. Hier erzählt sie sehr detailreich, ruhig und authentisch eine fiktive Geschichte, wie sie sich zu dieser Zeit in den USA sicherlich mehrfach zugetragen haben kann.
Im Mittelpunkt steht natürlich Elsa aber auch ihre neue Familie und besonders ihre Tochter spielen wichtige Rollen.
Elsa ist eine tolle Protagonistin, deren Darstellung Kristin Hannah wirklich gut gelungen ist. Von der ungeliebten jungen Frau aus gutem Hause entwickelt sie sich auf der Farm der Martinellis zu einer Frau, die sich um ihre Familie sorgt und kümmert und vor allem überall zupacken kann. Sie lernt viel und gestaltet ihr Leben völlig neu. Auf der Reise nach Kalifornien und später dort vor Ort zeigt sie viel Mut, Stärke und Kraft. Sie entwickelt viel Energie und wird zu einer Kämpferin.
Das hat mir sehr gut gefallen und es war auch alles glaubwürdig dargestellt.

Eine Geschichte, die von einer solchen schlimmen Zeit erzählt, die für viele Menschen zur Tragödie wurde, ist voller Emotionen. Kristin Hannah gelingt es hier, diese Emotionen gut zum Leser zu transportieren ohne zu dramatisch zu werden.
Ich konnte mit Elsa fühlen, habe mit ihr und ihren Kindern gebangt, gehofft und war erschrocken darüber, dass die Menschen aus der Dust Bowl in Kalifornien wie Flüchtlinge behandelt wurden.
Das Schicksal, das damals dort so viele Menschen erleiden mussten, hat mich bewegt und dazu angeregt, im Internet darüber zu recherchieren.

Es war durchaus fesselnd, Elsas Geschichte und ihr Schicksal zu verfolgen. Zwischenzeitlich zog sich die Handlung etwas, da wenig geschah und sie so dahinplätscherte. Aber je näher man dem Ende kommt, desto mehr nimmt die Geschichte wieder Fahrt auf. Das Ende war für mich unerwartet, tragisch, passt aber zur gesamten Handlung. Der Epilog dagegen hat mir dann wieder ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

„Die vier Winde“ ist eine Mischung aus historischem Roman mit realen Hintergründen, Frauenroman und Familiengeschichte. Dank Kristin Hannahs lebendigem Schreibstil ist er mitreißend, interessant und seine Themen wie Naturkatastrophen sind auch heutzutage aktuell.
Daher empfehle ich diesen lesenswerten Roman gerne weiter!


Fazit: 4 von 5 Sternen



Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Rütten & Loening Verlag und NetGalley!














Herausgeber ‏ : ‎ Rütten & Loening; 1. Edition (20. September 2021)
Sprache ‏ : ‎ Deutsch
Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 516 Seiten
ISBN-10 ‏ : ‎ 3352009430
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3352009433
Originaltitel ‏ : ‎ The Four Winds
Übersetzung: Gabriele Weber-Jarić
 
 
 
 
Kindle-Ausgabe
ASIN ‏ : ‎ B09317TK83
Herausgeber ‏ : ‎ Aufbau Digital; 1. Edition (20. September 2021)
Sprache ‏ : ‎ Deutsch
Dateigröße ‏ : ‎ 2956 KB
 
 
 
 
 
 
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Von Kristin Hannah außerdem gelesen und rezensiert:
 

Dienstag, 28. September 2021

Die Schwestern vom Ku'damm - Ein neuer Morgen von Brigitte Riebe [Rezension]

 
Bildrechte beim Verlag


Zum Inhalt:
Berlin, 1966: Die geteilte Stadt ist ebenso im Umbruch wie das Modekaufhaus Thalheim am Ku′damm. Die Jugend rebelliert, die Röcke werden kürzer, doch Chef-Designerin Miriam Feldmann hat alle Mühe, Kaufhaus-Patriarch Friedrich davon zu überzeugen, dass die Frauen nun Knallfarben statt Pastell tragen wollen. Wenigstens ihr Privatleben läuft in gewohnt ruhigen Bahnen. Ihren Platz in der Familie Thalheim hat sie gefunden, Adoptivtochter Jenny wächst zu einer klugen jungen Frau heran. Als Miriam, die nie eigene Kinder bekommen konnte, mit Anfang vierzig schwanger wird, ist plötzlich auch ihr eigenes Leben im Umbruch. Dann begegnet sie einem Mann wieder, den sie im Krieg kennenlernte. Die Begegnung führt sie zu den dunkelsten Stunden ihres Lebens zurück …

Alles wird anders: die Thalheim-Schwestern und ihr Kaufhaus im Berlin der Swinging Sixties.
(Kurzbeschreibung lt. Wunderlich Verlag) 
 
 

Die Autorin:
Brigitte Riebe ist promovierte Historikerin und arbeitete zunächst als Verlagslektorin. Sie hat mit großem Erfolg zahlreiche Romane veröffentlicht, in denen sie die Geschichte der vergangenen Jahrhunderte lebendig werden lässt. Ihre Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Die Autorin lebt mit ihrem Mann in München.
(Quelle: Rowohlt Verlag)


Meine Meinung:
Mit „Ein neuer Morgen“ legt Brigitte Riebe den 4. Teil ihrer 50er-Jahre-Reihe vor. Das Buch deckt den Zeitraum Herbst 1966 bis Juli 1971 ab. Im Mittelpunkt steht diesmal Miriam Feldmann, genannt Miri, die vierte Tochter des Kaufhaus-Patriarchen Friedrich Thalheim. Wie ihre anderen Schwestern Rike, Silvie und Flori arbeitet sie für das Mode-Kaufhaus Thalheim. Sie ist in die Fußstapfen ihrer verstorbenen Mutter getreten und ist die Chef-Designerin und auch eine Künstlerin an der Nähmaschine.
Miri ist glücklich mit Schani verheiratet und da sie nie eigene Kinder bekommen konnte, haben sie Jenny adoptiert, die inzwischen eine junge Frau ist.
Eine unverhoffte Schwangerschaft und eine Begegnung mit einem Mann, den sie im Krieg kennenlernte bringen Miris Leben gehörig durcheinander.

Der Einstieg in die Geschichte der Familie Thalheim ist mir leicht gefallen und ich war schnell wieder mittendrin.
Wir befinden uns in den „Swinging Sixties“ und das Leben und die Gesellschaft in Berlin wird lebendiger und bunter.
Die jungen Leute werden selbstbewusster, die Studenten gehen auf die Straße, die Musik wird lauter und rockiger und die Mode verändert sich gewaltig. Die Röcke werden kürzer, die Farben bunter und alles zeigt eine gewisse Aufbruchstimmung.
Auch im Modehaus Thalheim soll die neue Mode Einzug finden, aber Vater Friedrich Thalheim sträubt sich noch gegen diese drastischen Veränderungen. Die Schwestern haben Mühe, ihn zu überzeugen.
Als Miri plötzlich überraschend schwanger wird, stellt das ihr Leben, bei aller Freude darüber, gehörig auf den Kopf. Und dann trifft sie auf einen Mann, den sie aus der Kriegszeit kennt und der Erinnerungen in ihr wachruft und ihre Vergangenheit holt sie ein.

In Rückblicken erfahren wir Details aus Miris schwerer Zeit unter dem Naziregime, in der sie sich als Jüdin verstecken musste. Als sogenanntes „jüdisches U-Boot“ tauchte sie unter und lebte in Gartenlauben, Scheunen und Abstellkammern. Diese Zeit hat Miri geprägt und sie zu einer starken Frau gemacht, die sie heute ist. Erst durch die Veränderungen in ihrem Leben findet sie die Kraft, ihrer Familie davon zu erzählen.
Diese Rückblicke haben mich sehr bewegt und ich habe Miri bewundert, wie sie das alles durchgestanden hat.

Wie auch bereits in den vorherigen Teilen bildet die reale Historie den Hintergrund für die fiktive Handlung.
Das geteilte Deutschland leidet in Berlin unter der Mauer, es gibt die Studentenrevolten, politische Veränderungen in der Bundesregierung und die legendäre „Kommune 1“.
Aber auch Ereignisse wie das Woodstock-Festival, der Vietnam-Krieg, die Anfänge der RAF und vieles mehr werden thematisiert.
Brigitte Riebe hat erneut sehr akribisch recherchiert und mit viel Liebe zum Detail reale Zeitgeschichte lebendig werden lassen.
Sehr gefällt mir dazu die Zeitleiste für die Jahre 1966 bis 1971 mit sehr vielen Ereignissen und Meilensteinen am Ende des Buches. Ich habe sie wiederum zweimal gelesen, einmal vor der Lektüre des Buches und danach noch einmal.

Es ist schön, dass Brigitte Rieben dem Wunsch ihrer Fans gefolgt ist und der ursprünglichen Trilogie noch einen vierten Band über Miri hinzugefügt hat. Miris Geschichte ist bewegend und zeigt ein jüdisches Schicksal zur Nazizeit. Aber sie erzählt auch von einer Frau, die den Willen zum Überleben hatte und zu einer starken und liebenswerten Frau geworden ist, die nun ein gutes Leben führt.

Mit „Ein neuer Morgen“ findet die Geschichte um die Familie Thalheim und ihr Modekaufhaus wohl nun endgültig ihren Abschluss.
Diese Familiengeschichte war emotional, spannend und packend erzählt, lebendig eingebettet in die reale Geschichte der jeweiligen Zeit.
Brigitte Riebe ist eine großartige Erzählerin, die mich mitgenommen hat in die 1960er Jahre und ich bin eingetaucht in eine Zeit, die ich selbst nur als Kind erlebt habe.
Ich habe dieses wunderbare Lesevergnügen sehr genossen und empfehle nicht nur Miris Geschichte sondern die gesamte Reihe sehr!


Fazit: 5 von 5 Sternen



Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Rowohlt / Wunderlich Verlag!














 
Herausgeber ‏ : ‎ Wunderlich; 1. Edition (14. September 2021)
Sprache ‏ : ‎ Deutsch
Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 480 Seiten
ISBN-10 ‏ : ‎ 3805200676
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3805200677 
 
 
 
 
 
Kindle-Ausgabe
ASIN ‏ : ‎ B093PBPBTB
Herausgeber ‏ : ‎ Rowohlt E-Book; 1. Edition (14. September 2021)
Sprache ‏ : ‎ Deutsch
Dateigröße ‏ : ‎ 4253 KB  
 
 
 
 
 
 
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Mittwoch, 10. März 2021

Glückskinder von Teresa Simon [Rezension]

 
Bildrechte beim Verlag

Zum Inhalt:
München 1945. Auf dem Schwarzmarkt in der Möhlstraße treffen sich alle, die nach Glück und ein wenig Leben suchen. Nylons, Kaffee, Schokolade und Schmuck wechseln hier die Besitzer. Auch Toni, die ihr Zuhause verloren hat und nun bei ihrer Tante Vev wohnt, versucht, auf dem Schwarzmarkt das Nötigste für die Familie zu organisieren. Als sie die Holländerin Griet kennenlernt, spürt Toni zunächst eine tiefe Abneigung. Sie ahnt nicht, dass Griet eine schwere Zeit hinter sich hat, über die sie nie wieder sprechen möchte. Sie könnten einander helfen. Doch das geht nur, wenn sie ehrlich zueinander sind und ihre Vorurteile überwinden ...
(Kurzbeschreibung lt. Heyne Verlag)
 
 
 
Die Autorin:
Teresa Simon ist das Pseudonym der promovierten Historikerin und Autorin Brigitte Riebe. Sie ist neugierig auf ungewöhnliche Schicksale und lässt sich immer wieder von historischen Ereignissen und stimmungsvollen Schauplätzen inspirieren. Die SPIEGEL-Bestsellerautorin ist bekannt für ihre intensiv recherchierten und spannenden Romane, die tiefe Emotionen wecken. Ihre Romane Die Frauen der Rosenvilla, Die Holunderschwestern und Die Oleanderfrauen wurden alle zu Bestsellern.
(Quelle: Heyne Verlag)
 
 
Meine Meinung:
Der Roman beginnt 1945 kurz vor dem Kriegsende und erzählt die Geschichte von Antonia genannt Toni und Griet, einer Niederländerin.
Griet gehörte dem Widerstand an und wurde ins KZ Giesing gebracht. Von dort wurden die Widerständlerinnen, die schon sehr entkräftet waren, in einem langen Fußmarsch nach Wolfratshausen gebracht, wo sie Unterschlupf auf einem Bauernhof finden. Dort werden sie bald darauf von amerikanischen Truppen befreit. Ein Captain der US-Truppen nimmt sich Griet an und verhilft ihr später zu einem Job in einem amerikanischen Casino in München. Untergebracht wird sie als „Einquartierung“ in der Wohnung von Tonis Großtante Vev. Dort leben allerdings außer Toni, ihrer Schwester und ihrer Mutter auch noch eine Tante mit Sohn. Die Familie ist von der Einquartierung nicht sonderlich begeistert, fügt sich aber.
Und so begegnen sich die beiden Protagonistinnen des Romans, Toni und Griet, also zum ersten Mal. Toni steht Griet zunächst sehr ablehnend gegenüber, was teilweise auch daran liegt, dass Griet einen guten Kontakt zu dem US-Captain pflegt. Die beiden haben voneinander anfangs einen falschen Eindruck, was sich aber legt, als sie sich besser kennenlernen. Später verbindet die beiden eine besondere Freundschaft.

Eigentlich erzählt der Roman zwei Geschichten, die von Toni und die von Griet. Beide Handlungsstränge laufen nebeneinander und haben im Verlauf des Romans immer mehr Verknüpfungspunkte.
Die Perspektive wechselt zwischen den beiden Protagonistinnen. So ist man hautnah an beiden Frauen dran und erlebt ihre Geschichten förmlich mit. Toni konnte ihren Job in einem Verlag anfangs noch nicht wieder aufnehmen und so kümmert sie sich um die Familie und versucht zu besorgen, was diese für das tägliche Leben braucht. So lernt sie auch den Schwarzmarkt kennen, der sich in München an verschiedenen Plätzen, besonders aber in der Möhlstraße, entwickelt.
Griet geht ihrer Arbeit im Casino nach, hat aber nach wie vor kein einfaches Leben. Ihr ständiger Leitspruch „Ich. Bin. Griet. Van. Mook. Ich. Werde. Leben.“, der ihr auch schon während ihrer Leidenszeit in Gefangenschaft und als Zwangsarbeiterin geholfen hat, bleibt ihr auch in dieser Zeit eine Hilfe. Aber man spürt auch, dass Griet ein Geheimnis mit sich herum trägt.

Wie von der Autorin gewöhnt, hat sie die Lebensumstände und die Situation in München zu dieser Zeit sehr gründlich recherchiert. Die realen historischen Fakten, die sie in ihrem „Historischen Nachwort“ und einem zusätzlichen Abschnitt „Dichtung und Wahrheit“ darlegt und erläutert, bilden den Hintergrund für die fiktive Geschichte.
Die Menschen sind zwar glücklich, dass der Krieg endlich vorbei ist, aber sie leiden weiterhin unter Hunger, Kälte, Wohnungsknappheit und es fehlt an vielem, was man im täglichen Leben so braucht.
Sehr anschaulich zeigt Teresa Simon anhand von Toni und Griet, wie die Menschen sich gegenseitig helfen, Tauschgeschäfte führen und wie sich allmählich auch der Schwarzmarkt entwickelt. Alles von Wert, was man über den Krieg retten konnte, wurde eingetauscht in Dinge, die lebenswichtig waren.
Aber sie stellt auch das Leben und den Einfallsreichtum der Menschen dar, aus dem Wenigen, das sie haben, das Beste zu machen.
So wurden mit wenigen und einfachen Lebensmitteln abwechslungsreiche Gerichte gekocht, Kleidung wurde auf- oder umgearbeitet und vieles mehr.
Im Anhang gibt es auch einige Originalrezepte aus dem Jahr 1946 zu „Guter Kost in magerer Zeit“.

Neben Toni und Griet, die beide starke Frauen sind, gibt es noch eine Reihe anderer Figuren, die eine Rolle in der Handlung spielen. Dan, der US-Captain, stellt einen einfühlsamen und freundlichen Besatzer dar. Tonis Bruder Max steht für die vielen Männer, die aus Kriegsgefangenschaft nach Hause zurückkehren und ihre dortigen schlimmen Erlebnisse verarbeiten müssen. Und dann ist da noch Louis, der zu den sicherlich vielen Menschen gehört, die aus dem Schwarzmarkt ihren Profit schlagen und windige, vielleicht auch illegale Geschäfte tätigen.
Sie alle bereichern die Handlung und tragen dazu bei, dass man beim Lesen ein umfassendes Bild der damaligen Situation und des Lebens voller Entbehrungen in der Nachkriegszeit bekommt.

Tonis und Griets Geschichte ist eine sehr lebendige, anschauliche und authentische Geschichte mit realen historischen Hintergründen. Die Handlung hat mich völlig gefangen genommen und emotional sehr berührt. Mitgenommen habe ich die Botschaft, dass man nie aufgeben darf, es immer noch Hoffnung gibt und einen Weg, der in eine bessere Zukunft führt!


Fazit: 5 von 5 Sternen



Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Heyne Verlag
und das Bloggerportal!
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Herausgeber : Heyne Verlag; Originalausgabe Edition (8. Februar 2021)
Sprache : Deutsch
Taschenbuch : 512 Seiten
ISBN-10 : 3453424069
ISBN-13 : 978-3453424067  
 
 
 
 
Kindle-Ausgabe
ASIN : B086V8JZ71
Herausgeber : Heyne Verlag; Originalausgabe Edition (8. Februar 2021)
Sprache : Deutsch
Dateigröße : 1292 KB  
 
 
 
 
 
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Dienstag, 7. Juli 2020

Bücher-Neuzugänge #6/2020

Mir ist aufgefallen, dass ich Euch im Juni meine Neuzugänge gar nicht gezeigt habe.
Da ist wieder so einiges bei mir eingezogen, Rezensionsexemplare, Prämien usw. Eine bunte Mischung und ein paar habe ich auch schon gelesen. 

Hier sind meine neuen Schätze:






Katja Maybach - Die Modeschöpferin
Diese Geschichte um zwei Schwestern im Rom der 1960er Jahre in der Modewelt ist ein Rezensionsexemplar vom Verlag. Bereits gelesen, sehr fesselnd, Rezension folgt.

Leseprobe

Hanna Miller - Denn das Leben ist eine Reise
Diese schöne Geschichte über Familie und Liebe habe ich mir als Prämie bei der Lesejury ausgesucht.

Leseprobe

Renate Bergmann - Ans Vorzelt kommen Geranien dran
Sommerurlaub mit der Online-Omi auf dem Campingplatz, sehr humorvoll!

Rezension

Emma Heatherington - Ein Himmel für dich
Eine berührende Geschichte, die als eBook kurzzeitig reduziert war. Da musste ich zuschlagen.

Leseprobe


Debbie Macomber - Leuchtturmnächte
Der Auftakt zu einer Reihe im Städtchen Cedar Cove ist ein Rezensionsexemplar von Harper Collins.

Leseprobe

Kristina Günak - Die Liebe kommt auf Zehenspitzen
Ein Liebesroman um eine Autorin und einen Arzt...
auch ein Rezensionsexemplar von NetGalley.

Leseprobe

Violet Thomas - Jeden Tag ein neuer Himmel
Ein Liebesroman mit einem bewegenden Hintergrund, auch ein Rezensionsexemplar von NetGalley.

Leseprobe

Frida Matthes - Von der Liebe und den Jahren dazwischen
Ein Roman über Familie, Liebe und das Leben, ebenfalls über NetGalley erhalten.

Leseprobe

Cristina Caboni - Die Gartenvilla
Eine geheimnisvolle Geschichte auf zwei Zeitebenen, erhalten über das Bloggerportal.

Leseprobe

Nikos Milonás - Kretischer Abgrund
Der zweite Fall für Michalis Charisteas auf Kreta ist auch ein Rezensionsexemplar vom Verlag über NetGalley.

Leseprobe


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Viel Spaß beim Stöbern!


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Mittwoch, 24. Juni 2020

No Mercy. Rache ist weiblich von Camilla Läckberg [Rezension]

Cover
(alle Rechte beim Verlag)
Zum Inhalt:
Ingrid, Birgitta, Viktoria. Drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Doch eine Gemeinsamkeit teilen sie, und diese hält sie davon ab, das Leben zu führen, das ihnen zusteht: Jede von ihnen ist in einer unglücklichen Ehe gefangen, keine von ihnen sieht einen Ausweg. Als sie in einem Internetforum aufeinandertreffen, erkennen sie, dass die Lösung zum Greifen nahe liegt. Sie schmieden einen teuflischen Plan, der sie alle befreien soll ...
(Kurzbeschreibung gem. List / Ullstein)

Leseprobe


Die Autorin:
Camilla Läckberg, Jahrgang 1974, stammt aus Fjällbacka. Von ihrer mittlerweile zehnbändigen Fjällbacka-Krimireihe und ihrem Thriller „Golden Cage“ wurden weltweit über 26 Millionen Exemplare verkauft, sie ist Schwedens erfolgreichste Autorin. Mit ihrem Unternehmen »Invest In Her« fördert sie Projekte junger Frauen. Camilla Läckberg lebt mit ihrer Patchworkfamilie in Stockholm.  
(Quelle: Ullstein Verlag)


Meine Meinung:
Ingrid, Birgitta und Viktoria sind drei sehr unterschiedliche Frauen, die aber eine Gemeinsamkeit haben. Sie sind alle drei in ihrer Ehe nicht glücklich bzw. haben massive Probleme.
Ingrid gab ihre Karriere auf, als die gemeinsame Tochter geboren wurde. Ihr Mann ist erfolgreicher Chefredakteur, betrügt sie aber ständig.
Birgitta ist die Lehrerin von Ingrids Tochter. Ihr Mann schlägt sie und wegen der Blessuren traut sie sich noch nicht mal zum Arzt, obwohl dringend nötige Untersuchungen durchgeführt werden müssten.
Viktoria ist Russin und heiratete den einst so gutmütigen Malte. Der entpuppte sich nach der Hochzeit als Macho und behandelt Viktoria wie eine Leibeigene für seine persönlichen Bedürfnisse.
Alle drei sehen keinen Ausweg aus ihrer Ehe.

Das hört sich jetzt erst mal nach vielen Klischees an, was teilweise auch so ist, aber solche Situationen gibt es im echten Leben sicher öfter als man denkt.
Das Buch gliedert sich in 3 Teile. Im ersten Teil lernen wir die Frauen und ihre Situationen kennen. Im zweiten und dritten geht es um die Rache-Pläne und deren Umsetzung.
Die drei Frauen treffen in einem entsprechenden, anonymen Internet-Forum aufeinander und dort werden wohl die Pläne geschmiedet, wer was machen soll.
Leider hat uns die Autorin diesen Teil der Geschichte aber vorenthalten.
Es geht dann gleich mit der Umsetzung los.
Die Rache-Pläne waren sehr kreativ und es war schon spannend, die Vorbereitungen und die Umsetzung zu verfolgen.
Allerdings habe ich mich auf öfter gefragt, ob es das im echten Leben so möglich wäre.

Der Schreibstil ist flüssig und fesselnd und ich habe gespannt verfolgt, ob die Pläne der Frauen aufgehen werden.
Die drei Frauen sind gut charakterisiert und die unterschiedlichen Persönlichkeiten werden deutlich. Besonders mit Victoria und Birgitta habe ich gelitten. Ingrid hätte sich meiner Meinung nach auch einfach von ihrem Mann trennen können, auch wenn sie aufgrund eines Ehevertrags dann leer ausgehen würde. Mein Seelenheil wäre mir wichtiger.

Dieser Roman thematisiert drei Frauenschicksale und die Art, wie sie damit umgehen.
Ich hatte damit spannende Lesestunden, aber leider nur wenige denn insgesamt war mir die Geschichte mit ihren nur 160 Seiten etwas zu knapp gehalten. Ein bisschen mehr Ausführlichkeit an einigen Stellen wäre schön gewesen!


Fazit: 3 von 5 Sternen



Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an List / Ullstein Verlag
und NetGalley!
 












 
Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
Verlag: List Hardcover; Auflage: 2. (21. Mai 2020)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3471360220
ISBN-13: 978-3471360224
Originaltitel: Kvinnor utan nåd
Übersetzung: Katrin Frey 



 
Format: Kindle Ausgabe
Dateigröße: 1877 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 160 Seiten
Verlag: Ullstein eBooks; Auflage: 2. (21. Mai 2020)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: B07ZTPL6SS




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Dienstag, 26. Mai 2020

Die Schwestern vom Ku'damm - Tage der Hoffnung von Brigitte Riebe [Rezension]

Cover
(alle Rechte beim Verlag)
Zum Inhalt:
Berlin 1958: Farben und Formen, Augenblicke, eingefangen mit Bleistift und Papier. Seit sie denken kann, will Florentine Thalheim nur eines: sich ganz dem Zeichnen und der Malerei hingeben. Die jüngste von drei Töchtern hatte schon immer einen rebellischen Geist. Nur wenn sie zu malen beginnt, wird alles hell und leicht, dann singen die Farben in ihr. Während ihrem Vater für Florentine eine Zukunft im Kaufhaus am Ku’damm vorschwebt, beginnt sie ein Studium an der Kunstakademie. Hier ist sie voll in ihrem Element, arbeitet wie im Rausch. Doch schon bald legt sich ein Schatten auf ihr Glück. Rufus Lindberg, ihr herrischer Lehrer, macht ihr das Leben an der Schule zur Hölle, und die politischen Spannungen zwischen Ost und West drohen die Stadt und die Thalheims zu entzweien. Gibt es Hoffnung für Florentine und ihre Familie? Gibt es Hoffnung für Berlin?
(Kurzbeschreibung gem. Rowohlt / Wunderlich Verlag)



Weitere Teile:



Die Autorin:
Brigitte Riebe ist promovierte Historikerin und arbeitete zunächst als Verlagslektorin. Sie hat mit großem Erfolg zahlreiche Romane veröffentlicht, in denen sie die Geschichte der vergangenen Jahrhunderte lebendig werden lässt. Ihre Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Die Autorin lebt mit ihrem Mann in München.
(Quelle: Rowohlt Verlag)


Meine Meinung:
Mit „Tage der Hoffnung“ legt Brigitte Riebe den 3. Teil ihrer 50er-Jahre-Trilogie vor. Das Buch deckt den Zeitraum Februar 1958 bis Juni 1963 ab. Im Mittelpunkt steht diesmal Florentine, genannt Flori, die jüngste der Thalheim-Schwestern. Sie war einige Zeit in Paris, um sich ihrer Kunst zu widmen, kehrt nun aber nach Berlin zurück. Während sich ihr Vater für Flori eine Zukunft im Kaufhaus Thalheim vorstellt, ist der Mittelpunkt in Floris Leben nach wie vor die Kunst im Malen und Zeichnen. Ihr Traum ist ein Studienplatz an der Kunstakademie, den sie durch ihre Hartnäckigkeit auch bekommt. Sie arbeitet sehr fleißig und steht unter hohem Druck, denn ihr Lehrer Rufus Lindberg ist streng und verlangt Höchstleistungen. Schon bald entsteht trotzdem mehr zwischen den beiden, was Floris Leben sehr beeinflusst.
Irgendwann hält Flori dem Druck nicht mehr stand und bricht ihr Studium ab. Ein ehemaliger Studienkollege, Benka, der sein Studium ebenfalls abbrechen musste, hat sich der Fotografie verschrieben und schon bald arbeitet Flori, die ebenfalls ein Talent für die Fotografie hat, mit ihm zusammen. Wird aus der guten Freundschaft der beiden mehr?

Der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr leicht gefallen. Schnell war ich wieder mitten im Leben der Familie Thalheim und ihrem Kaufhaus am Ku’damm. Neben Flori trifft man natürlich auch die beiden anderen Thalheim-Schwestern wieder sowie die weiteren Verwandten der Familie. Gespannt habe ich verfolgt, wie sich Floris Leben entwickelt und wie aus einer jungen, impulsiven Künstlerin eine verantwortungsvolle junge Frau wird. Ihre Zielstrebigkeit hat mich beeindruckt und sie sucht sich allen Widerständen zum Trotz ihren Weg im Leben und auch in der Familie. Dabei ist sie aber durchaus verletzlich und sehr emotional.
Wirkte sie in den ersten beiden Bänden noch wie ein verwöhnter Teenager wird sie in diesem Teil erwachsen. Das war wirklich schön zu erleben und die Charakterisierung der Figur ist sehr gelungen.

Gekonnt hat Brigitte Riebe die deutsche Geschichte dieser Zeit mit der fiktiven Geschichte um die Familie Thalheim verknüpft. Die realen Ereignisse haben Auswirkungen auch auf die Familie bzw. deren Mitglieder. Wir erleben die Zeit der Besatzung, den Ost-West-Konflikt, die Teilung Berlins mit der Abschottung des Ostteils sowie den Mauerbau. Auch wenn man die Geschichte kennt, wird sie in diesem Buch anhand echter und fiktiver Schicksale noch einmal sehr lebendig in Erinnerung gebracht. In mir hat das nicht nur mein Kopfkino inspiriert sondern auch unterschiedliche Gefühle wach gerufen, bei dem Gedanken an die vielen getrennten Familien, die Fluchtversuche und die traurigen Schicksale vieler Menschen.
Angereichert und ergänzt ist die Geschichte mit weiteren Ereignissen dieser Zeit, wie die Entwicklung der Medien Radio, Fernsehen und Kino, Sportereignisse, technische Fortschritte und die politische und gesellschaftliche Entwicklung in Ost und West. Aber auch legendäre Ereignisse wie die Deutschlandtournee von Marlene Dietrich und der Besuch von US-Präsident John F. Kennedy mit der berühmten Rede werden thematisiert.
Brigitte Riebe hat hier sehr akribisch recherchiert und mit viel Liebe zum Detail ein Stück deutsche Geschichte erzählt.
Sehr gut gefallen hat mir dazu die Zeitleiste mit sehr vielen Ereignissen und Meilensteinen am Ende des Buches. Diese habe ich mir tatsächlich zweimal durchgelesen, vor der Lektüre von Floris Geschichte und danach noch einmal.

„Tage der Hoffnung“ ist ein grandioser Abschluss einer wirklich lesenswerten Trilogie, der mich begeistert und gefesselt hat. Die Reise durch die 50er-Jahre mit der Familie Thalheim war emotional, dramatisch, spannend und eine packende Familiengeschichte lebendig im Rahmen deutscher Geschichte großartig erzählt!
Ich freue mich, dass es im Herbst einen weihnachtlichen Kurzroman um die Thalheims geben wird, der zurück ins Jahr 1946 führt!


Fazit: 5 von 5 Sternen



Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Rowohlt / Wunderlich Verlag!

















Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: Wunderlich; Auflage: 1. (21. April 2020)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3805203330
ISBN-13: 978-3805203333




Format: Kindle Ausgabe
Dateigröße: 665 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: Rowohlt E-Book; Auflage: 1 (21. April 2020)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: B07VVLQKVH





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