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Donnerstag, 6. Dezember 2018

Das Haus der Malerin von Judith Lennox [Rezension]

Cover
(alle Rechte beim Verlag)
Zum Inhalt:
Surrey, 1970: Rose Martineau führt mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern in Walton-on-Thames ein beschauliches Leben. Doch die Idylle wird durch zwei unerwartete Ereignisse jäh bedroht. Zum einen erbt sie ein Haus in den dichten Wäldern von Sussex, das ursprünglich ihrer bislang vollkommen unbekannten Großtante Sadie gehört hatte – einer Künstlerin, die eines Tages spurlos verschwand. Wer war diese Frau, und warum wurde nie von ihr erzählt?Zum anderen bringt ein Medienskandal Roses Bilderbuchehe ins Wanken. Rose stürzt sich in Nachforschungen über Sadie und geht nach und nach einem düsteren Familiengeheimnis auf den Grund. Beflügelt durch die Erkenntnisse um die starke Persönlichkeit ihrer Großtante, wagt auch sie schließlich einen Neuanfang …
(Kurzbeschreibung gem. Piper / Pendo Verlag)

Leseprobe


Die Autorin:
Judith Lennox, geboren 1953 in Salisbury, wuchs in Hampshire auf. Sie ist eine der erfolgreichsten Autorinnen des modernen englischen Gesellschaftsromans und gelangt mit jedem neuen Buch auf die deutschen Bestsellerlisten. Judith Lennox liebt Gärtnern, ausgedehnte Wanderungen, alte Häuser und historische Stätten. Sie lebt mit ihrem Mann in Cambridge. Die beiden sind Eltern dreier erwachsener Söhne.
(Quelle: Piper / Pendo Verlag)

Homepage der Autorin

Judith Lennox auf Twitter und Facebook


Meine Meinung:
Rose Martineau lebt mit ihrem Mann und zwei Töchtern in den 1970er Jahren in Surrey. Die Familie führt ein beschauliches, zufriedenes Leben. Als Edith, die Großmutter von Rose, stirbt, erbt Rose von ihr deren Wohnung sowie ein Haus in den Wäldern von Sussex. In einem Brief erklärt ihr Edith, dass das Haus von ihrem Vater, einem Architekten, erbaut wurde und nach dessen Tod in den Besitz von Sadie, Ediths Schwester, gegangen ist. Diese hat es dann später Edith vermacht und ist selbst 1934 spurlos verschwunden.
Rose hat noch nie davon gehört, dass sie eine Großtante hatte.
Noch während sie die Neuigkeiten zu verarbeiten versucht, wird ihr Mann Robert in einen Skandal verwickelt, der ihr bisheriges Leben völlig verändert und auch die Ehe zerstört.
Rose zieht mit den Kindern in Ediths Wohnung und begibt sich auf Spurensuche nach ihrer unbekannten Großtante Sadie.
In Ediths Nachlass und auch in dem Haus in den Wäldern sucht sie nach Hinweisen auf Sadie und versucht andere Menschen zu finden, die Sadie gekannt haben.

In einem zweiten Handlungsstrang erleben wir Sadie in den Jahren 1930 bis 1934. Sadie war Künstlerin und zog nach einer großen Enttäuschung in der Liebe in das Haus „The Egg“ im Wald. Das zweite Haus, das ihr Vater seinerzeit entworfen und gebaut hatte, in unmittelbarer Nachbarschaft, hat sie an einen Dichter und dessen Ehefrau verkauft.
Wir begleiten Sadie durch ein paar Jahre ihres Lebens und erleben, wie sie sich als Künstlerin weiter entwickelt und ansonsten ein ziemlich zurückgezogenes Leben führt.

Die Autorin erzählt ihre Geschichte abwechselnd in den beiden Zeit- und Handlungssträngen.
Der Teil um Rose hat mich deutlich mehr gefesselt als der Teil um Sadie in der Vergangenheit. So wie Rose immer wieder kleine Fortschritte bei ihrer Suche nach Informationen über Sadie macht, so erfährt der Leser in dem anderen Handlungsstrang, wie Sadies Leben verlaufen ist, in dem es in dem geschilderten Zeitraum nur zwei einschneidende Ereignisse gab.
Durch die Wechsel entsteht zwar eine gewisse Spannung, aber nach einer Weile konnte ich bereits ahnen, warum Sadie im Jahr 1934 so plötzlich verschwunden ist.
Rose zu begleiten war für mich deutlich interessanter. Die Nachforschungen nach ihrer Großtante gestalten sich relativ schwierig, denn Rose hat nur wenige Anhaltspunkte. Daneben muss sie sich ihr Leben nach der Trennung von ihrem Mann völlig neu einrichten. Obwohl sie studierte Physikerin ist, hat sie bisher keine Karriere verfolgt sondern sich um ihre Familie und ihr Zuhause gekümmert.
Nun steht sie vor grundlegenden Veränderungen, die ihr einiges abverlangen.

Sehr gut gefallen hat mir die Zeichnung der Charaktere dieser beiden Frauen, die mehr gemeinsam haben, als man erwarten könnte.
Die Atmosphäre der gesamten Geschichte ist ziemlich dicht, manchmal auch düster und oft sehr geheimnisvoll.
Wunderbar sind die Schilderungen rund um das Haus „The Egg“ und die dortige Landschaft mit dem dichten Wald. Die herrliche Ruhe aber auch die Einsamkeit an diesem Ort sind gut bei mir angekommen und in meinem Kopfkino entstanden schöne Bilder.
Die Verknüpfung der beiden Handlungsstränge und die Darstellung der Lebensweise, besonders für Frauen, in den jeweiligen Jahrzehnten sind der Autorin gut und authentisch gelungen. Der wirklich schöne Schreibstil macht das Lesen angenehm und unterhaltsam.

Dieser Roman über zwei starke Frauen, die in ihrer jeweiligen Zeit sicher etwas Besonderes waren, ist eine interessante und unterhaltsame Geschichte mit einer gut durchdachten und aufgebauten Handlung, den ich gerne gelesen habe!



Fazit: 4 von 5 Sternen



Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Piper / Pendo Verlag
und NetGalley!










 
Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
Verlag: Pendo (2. November 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3866124058
ISBN-13: 978-3866124059
Originaltitel: Hidden Lives
Übersetzung: Mechtild Ciletti 


 
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 2338 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 480 Seiten
Verlag: Piper ebooks (2. November 2018)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: B07CK7RXLN




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